Freitag, 23. September 2016

Asylbewerber und Arbeit: Was ist geplant?

60 Tage ab Antrag dürfen die Asylbewerber in Italien sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor arbeiten. Unmittelbar nach der Antragstellung, also vor Ablauf dieser 2 Monate, dürfen sie einer gemeinnützigen Tätigkeit nachgehen. Dies haben Martha Stocker, Helmuth Sinn und Luca Critelli am Freitag mitgeteilt.

Die Asylbewerber sollen sprachliche sowie fachliche Kompetenzen erwerben und einer Beschäftigung nachgehen.
Badge Local
Die Asylbewerber sollen sprachliche sowie fachliche Kompetenzen erwerben und einer Beschäftigung nachgehen.

Vorab wies die Arbeits- und Soziallandesrätin Martha Stocker darauf hin, dass die geplanten Maßnahmen all jene Menschen betreffen würden, die sich auf dem Arbeitsmarkt schwer tun. Dazu würden Asylbewerber, aber auch Menschen mit Beeinträchtigung, ältere Menschen sowie Jugendliche zählen.

In Südtirol gebe es zurzeit 1060 Asylwerber im Rahmen der vom Staat zugewiesenen Quote von 0,9 Prozent, erklärte Stocker weiter. Diese seien in insgesamt 18 Unterkünfte untergebracht, wobei Bozen „die Hauptlast trägt und daher entlastet werden soll“.

Niedrige Qualifikationen als größte Schwierigkeit

Das Ziel sei es, meinte Luca Critelli, den Asylbewerbern während ihrem Aufenthalt in den Unterkünften eine Beschäftigung zu geben und sie auf die Zeit „danach“, also nach dem Verlassen der Unterkünfte, vorzubereiten.

„Die größte Schwierigkeiten sind die niedrigen Qualifikationen der Asylbewerber bei deren Ankunft“, erklärte der Direktor der Landesabteilung Soziales weiter. Aus- und Weiterbildung durch Sprachkurse, Berufsbildungskurse sowie Kurse für Arbeitssicherheit seien von allen anwesenden Asylbewerbern zu leisten.

Darüber hinaus würden derzeit rund 70 Asylbewerber einer freiwilligen gemeinnützigen Tätigkeit nachgehen, rund 50 ein Berufspraktikum absolvieren und 120 Personen in einem fixen Arbeitsverhältnis stehen.

Anstellung mit Wertgutscheinen nicht möglich

In der gegenwärtigen Erntezeit möchten viele Bauern die Asylbewerber anstellen und mit Wertgutscheinen bezahlen. Dies sei, so der Direktor der Landesabteilung Arbeit, Helmuth Sinn, jedoch nicht möglich. Ausschließlich Studenten unter 25 Jahren und Pensionisten sei es vorbehalten, die sogenannten Voucher zu beziehen.

„Es ist wichtig, darauf zu achten, welchen beruflichen Werdegang die Asylbewerber bereits hinter sich haben. Das ist zwar aufwändig, aber nur so können auf die einzelnen Weiterbildungen auf sie abgestimmt werden.“, meinte Sinn. Abschließend erläuterte er: „Die Herausforderungen sind weniger die gesetzlichen Bestimmungen, sondern vielmehr die sprachlichen und fachlichen Kompetenzen der Asylbewerber.“

stol/kt

stol