Samstag, 26. Mai 2018

Babis: Tschechien hat keine Eile mit Euro-Einführung

Tschechien stuft derzeit die eigene Währung vorteilhafter ein als einen Beitritt zur Eurozone. Das betonte der geschäftsführende Regierungschef Andrej Babis am Samstagabend bei einer Diskussion mit seinem slowakischen Amtskollegen Peter Pellegrini im Rahmen einer Festival-Eröffnung in Brünn.

Der tschechische Regierungschef, Andrej Babis, erklärte, sein Land wolle sich mit der Einführung des EURO Zeit lassen.
Der tschechische Regierungschef, Andrej Babis, erklärte, sein Land wolle sich mit der Einführung des EURO Zeit lassen. - Foto: © shutterstock

Die Euro-Einführung habe für ihn deshalb keine Priorität, wiederholte Babis nach Angaben der Nachrichtenagentur CTK mehrmals. „Ich bin mit der Tschechischen Krone sehr zufrieden und glaube, dass es sehr segensreich für unsere Wirtschaft ist, dass die tschechische Nationalbank im Falle eines Problems die Möglichkeit zur Intervention hätte“, erläuterte der Gründer der liberal-populistischen Bewegung ANO seine Skepsis gegenüber dem Euro.

Slowakei mit EURO-Einführung zufrieden

Seinem slowakischen Kollegen Pellegrini wünschte er viel Glück, dass die 2009 der Eurozone beigetretene Slowakei „nicht für die griechischen und italienischen Schulden zahlen“ müsse. Pellegrini entgegnete, sein Land sei mit dem Euro sehr zufrieden. Die Slowakei habe auch dank des Euro ein hohes Wirtschaftswachstum und die niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Staatsgründung.

Keine Frist für Einführung

Tschechien hat sich wie die neun anderen im Jahr 2004 der Europäischen Union beigetretenen Staaten verpflichtet, den Euro einzuführen. Eine Frist dafür ist im Beitrittsvertrag jedoch nicht festgelegt.
Babis' reservierte Haltung zum Euro ist bekannt. Nicht einmal das Kabinett, dass er jetzt in Prag zusammenstellt, will einen Termin des Beitrittes zur Eurozone festlegen, wie aus dem Entwurf des Regierungsprogramms hervorgeht. Als Grund hatte Babis in der Vergangenheit wiederholt den Unwillen, griechischen Schulden mitzuzahlen, erwähnt. Dabei erfüllt Tschechien die Kriterien für die Einführung der europäischen Währung.

apa/dpa

stol