Freitag, 20. Oktober 2017

Baumschuler: Gute Zusammenarbeit mit Laimburg

Der Bund Südtiroler Baumschuler hat am Donnerstag im Versuchszentrum Laimburg sein 40-jähriges Bestehen gefeiert.

Gute Zusammenarbeit: Lehrfahrt des Bundes Südtiroler Baumschuler mit Mitarbeitern der Arbeitsgruppe Pomologie des Versuchszentrums Laimburg in die Schweiz zur Sorteninnovation und zur Züchtung von Obstgehölzen.- Foto: LPA/VZ Laimburg
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Gute Zusammenarbeit: Lehrfahrt des Bundes Südtiroler Baumschuler mit Mitarbeitern der Arbeitsgruppe Pomologie des Versuchszentrums Laimburg in die Schweiz zur Sorteninnovation und zur Züchtung von Obstgehölzen.- Foto: LPA/VZ Laimburg

31 Mitglieder und 9 Ehrenmitglieder zählt der Bund Südtiroler Baumschuler heute. 9 Baumschuler hatten den Bund am 11. März 1977 gegründet. Zur Zeit der Gründung des Bundes hatte sich der Baumschulsektor in einer Krise befunden: Die Baumpreise waren im Keller, Importe von Bäumen aus dem Ausland nahmen zu, und europaweit war eine Überproduktion an Bäumen festzustellen.

Während im Gründungsjahr die gesamte Produktion der Südtiroler Baumschulen noch weit unter einer Million Birnen- und Apfelbäumen jährlich lag, die vorwiegend im Lande verkauft wurden, sind die Südtiroler Baumschulen inzwischen mit einer Jahresproduktion von weit über zehn Millionen Bäumen auf dem internationalen Markt erfolgreich unterwegs.

Zusammenarbeit mit Laimburg von Anfang an

Die Zusammenarbeit mit dem Versuchszentrum Laimburg ist so alt wie der Bund selbst. Zunächst produzierte das Versuchszentrum noch Reiser für die Baumschuler. Aufgrund der stetig wachsenden Anfragen musste die Produktion am Versuchszentrum jedoch eingestellt werden.

Daraufhin wurde das Konsortium Südtiroler Baumschuler gegründet, das diese Aufgabe übernahm. Inzwischen gibt es mehrere Schnittgärten, die von privaten Südtiroler Betrieben geführt werden. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Versuchszentrum und dem Bund auf der Basis von wissenschaftlichen Versuchen und Wissensaustausch blieb jedoch als wichtiges Element bestehen: Die Arbeitsgruppe Pomologie prüft Sorten- und Unterlagen für die Südtiroler Verhältnisse, denn die richtige Sorten- und Unterlagenwahl spielt nicht nur für die Bauern, sondern bereits in der Baumschule eine zentrale Rolle.

Jährliche Begehungen

Daher werden jährlich Begehungen zu neuen Sorten, Klonen und Unterlagen in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Pomologie veranstaltet. Eine weitere Zusammenarbeit besteht mit der Arbeitsgruppe Virologie und Diagnostik des Versuchszentrums, die krankes Pflanzmaterial begutachtet und bei der phytosanitären Kontrolle im Rahmen der europäischen Zertifizierung eine zentrale Rolle spielt.

Ziel des Bundes Südtiroler Baumschuler ist es, den Berufsstand zu stärken und geschlossen nach außen zu vertreten. Darüber hinaus sorgt er für eine stetige Weiterbildung seiner Mitglieder und das Knüpfen und die Pflege von Kontakten mit der Fachwelt und Berufskollegen aus dem In- und Ausland.

Plattform für den Austausch mit Landespolitik

So organisiert der Bund jährlich Lehrfahrten weltweit sowie Baumschulbegehungen mit den Fachleuten Südtirols. Besondere Bedeutung erlangte der Bund auch als Plattform für den Austausch mit der Landespolitik: So wirkte der Bund Südtiroler Baumschuler bei der Ausarbeitung eines Landesgesetzes zur pomologischen und phytosanitären Zertifizierung der Obstgehölze mit und erarbeitete 1984 eine Resolution an den Landwirtschaftslandesrat für den Ausbau des Bereiches Baumschulwesen im Versuchszentrum Laimburg.

Ähnlich wichtig wie die phytosanitäre Zertifizierung damals für den Südtiroler Obstbau war, ist es heute, die nationale amtliche Sortenschutzprüfung am Versuchszentrum Laimburg anzusiedeln, damit neue Sorten unter Südtiroler Bedingungen getestet und verglichen werden können, betont Baumschulerbund-Obmann Peter Laimer.

lpa/stol

stol