Donnerstag, 22. Februar 2018

Brenner: Italiens Frächter-Chef gegen Blockabfertigung

Der neu gewählte Präsident des italienischen Frächterverbands Conftrasporto, Fabrizio Palenzona, will sich in Sachen Brenner-Transit um einen Dialog mit Tirol bemühen, zeigt sich jedoch über die unnachgiebige Haltung der Tiroler kritisch. „Wir sind für Europa und für den offenen Markt. Die Tiroler Pläne zur sogenannten Lkw-Blockabfertigung sind nicht umsetzbar“, sagte Palenzona im APA-Gespräch.

Fabrizio Palenzona will sich in Sachen Brenner-Transit um einen Dialog mit Tirol bemühen.
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Fabrizio Palenzona will sich in Sachen Brenner-Transit um einen Dialog mit Tirol bemühen. - Foto: © LaPresse

„Die Österreicher sind vernünftig und wissen genau, dass sie nichts unternehmen können, was gegen das Prinzip des freien Warenverkehrs in Europa verstößt. Daher denke ich, dass die Lkw-Blockabfertigung nur eine Drohung ist, ein Weg, um Druck zu machen“, sagte Palenzona, ehemaliger Vize-Verwaltungsratspräsident der Bank Austria-Mutter UniCredit.

Der italienische Frächtervorsitzende meinte, Österreich sei gut darin, seine Interessen im Transportbereich zu verteidigen. „In den vergangenen Jahren sind in Österreich große Transportunternehmen entstanden. Das Land weiß es, seine Interessen zu verteidigen, doch niemand darf in Europa einseitige Beschlüsse auf Kosten anderer Länder ergreifen. Die Umweltproblematik liegt nicht nur Tirol, sondern auch Deutschland und Italien am Herzen“, erklärte der gebürtige Piemonteser.

Gemeinsame Lösungen finden

Dass Tirol wegen seiner geografischen Lage unter dem Straßentransport besonders leide, sei kein Argument. Ähnliche Probleme habe auch das norditalienische Aostatal an der Grenze zu Frankreich sowie die Schweiz. „Man muss ausgewogen sein und begreifen, dass man gemeinsam Lösungen finden muss“, meinte Palenzona.

Die italienischen Frächterunternehmen blicken insgesamt positiv auf die nächsten Monate. Das Wirtschaftswachstum, das Italien seit 2017 klar zu spüren bekomme, wirke sich positiv auf den Straßengüterverkehr auf. „Wir sind zuversichtlich, dass es 2018 zu weiterem Wachstum kommt“, berichtete Palenzona.

apa

stol