Dienstag, 02. Juli 2019

Brenner-Zulauf – Bayern-Anrainer drohen mit Klagen gegen neue Trasse

Im Streit um den Bau einer neuen zweigleisigen Bahntrasse im bayerischen Inntal als Zulauf zum Brenner Basistunnel (BBT) sehen dortige Bürgerinitiativen den Bedarf weiter nicht geklärt. Sie drohen mit Klagen.

Dicke Luft rund um den Bau einer neuen Bahntrasse im bayerischen Inntal als Zulauf zum Brenner Basistunnel.
Dicke Luft rund um den Bau einer neuen Bahntrasse im bayerischen Inntal als Zulauf zum Brenner Basistunnel. - Foto: © STOL

Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) spreche bei den Zahlen zur Verkehrsentwicklung lediglich von Prognosen, kritisierte die Initiative Brennerdialog Rosenheimer Land am Dienstag. 

„Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem realistisch zu erwartenden Verkehrsaufkommen und eine seriöse Berechnung des Bedarfs ist anscheinend nicht mehr vorgesehen“, sagte Bürgerinitativen-Chef Thomas Riedrich.

Scheuer hatte am Montag in Rosenheim zusammen mit der Deutschen Bahn Vorschläge für einen möglichen Verlauf der Neubaustrecke vorgelegt und sich dabei klar zum Neubau bekannt. Eine Überprüfung durch die Bahn schließe aus, dass die Modernisierung der bestehenden Strecke ausreiche.

Wie diese Frage konkret überprüft worden sei, habe Scheuer nicht dargelegt, sagte Riedrich. „Das wurde uns vorenthalten.“ Dass die Bahn die Bestandsvariante ausdrücklich überprüft habe, diene nur dazu, spätere gerichtliche Vorwürfe zu entkräften, man hätte Alternativen nicht ausreichend geprüft.

„Das Bestandsgleis ist noch lange nicht vom Tisch!“

Offensichtlich wolle man unter allen Umständen eine neue Trasse bauen. Dass es hier zu Klagen kommen werde, liege schon jetzt auf der Hand. Kommende Woche wollen die Bürgerinitiativen ihrerseits eine Studie vorstellen, ob die bestehende Strecke ausreicht. „Das Bestandsgleis ist noch lange nicht vom Tisch!“.

Bayern steht im Bundesland Tirol für das zögerliche Vorgehen beim Nordzulauf zum Brenner in der Kritik. Selbes gilt aber auch für den Südzulauf ab Verona. Als die APA den deutschen Projektleiter Gruber im April 2018 fragte, wann die Trasse von Langkampfen im Bundesland Tirol bis nahe Rosenheim in Bayern fixiert sein werde, sagte Gruber: „Bis Ende 2019, Anfang 2020.“

Damit ist es nichts geworden. Bis die Strecke bis zum Güterterminal in München viergleisig ausgebaut ist, wird es Gruber zufolge 2040. „Der Ausbau erfolgt immer kapazitätsgerecht“, so Gruber. Die Kosten für diese Ausbaustufen seien offen.

apa/dpa

stol