Montag, 12. März 2018

Brexit kommt EU-Industrie teuer zu stehen

Auf Unternehmen in der EU und Großbritannien kommen im Falle eines harten Brexit hohe Kosten zu. Auf 69 Mrd. Euro jährlich beziffert eine neue Analyse die direkten Kosten für Unternehmen dies- und jenseits des Kanals. 37 Mrd. entfallen auf die EU-27 und 32 Mrd. Euro auf britische Firmen. Die Kosten verteilen sich auf verschiedene Industrien, ganz vorne mit dabei ist die Automobilindustrie.

Unter anderem wäre die Automobilindustrie massiv betroffen. - Foto: APA (AFP)
Unter anderem wäre die Automobilindustrie massiv betroffen. - Foto: APA (AFP)

Am stärksten betroffen wären in der EU (ohne Großbritannien) Unternehmen in Deutschland. Auf sie kommt laut einem neuen Oliver Wyman-Report mit 9 Mrd. Euro an jährlichen Kosten ein Viertel der gesamten auf die EU-27 entfallenden Kosten zu. Für andere EU-Länder gibt es noch keine konkreten Zahlen. Im Vereinten Königreich würde der größte Teil - etwa ein Drittel von 32 Mrd. Euro - auf die Finanzdienstleistungsindustrie fallen.

Die Beratungsgesellschaft hat den Report gemeinsam mit der Wirtschaftskanzlei Clifford Chance erstellt. Dabei wurden speziell zwei Punkte angesehen, nämlich Zölle und nicht-tarifäre - in der Regel regulatorische - Handelshemmnisse. Änderungen im volkswirtschaftlichen Klima oder der Währungen wurden nicht berücksichtigt.

”Was die Zölle angeht, können Unternehmen relativ wenig tun, aber bei den Nicht-Zoll-Barrieren können sie schon das eine oder andere machen, indem sie sich darauf vorbereiten und zum Beispiel eine vernünftige IT-Infrastruktur haben”, sagte Kütz. Im Moment sei das aber nicht der Fall.

Unterschiede zeigen sich laut Kütz, was die Vorbereitung der Unternehmen auf den Brexit betrifft. Große Unternehmen würden sich schon Gedanken machen, kleinere seien dagegen überhaupt noch nicht darauf eingestellt, den auf sie zukommenden Grenzverkehr zu managen. Für diese Firmen wäre das jetzt ein grundsätzlicherer Schritt, was komplett Neues.

”Für große Unternehmen stellt sich - wenn sie kleine Firmen in der Lieferkette haben - die Frage, ob die Industrieverbände sicherstellen werden, dass kleine Zulieferer weiterhin liefern können. Oder ob sie selbst die Initiative ergreifen und ihre Zulieferer bei den aufkommenden regulatorischen Hürden unterstützen sollten”, so Kütz.

apa

stol