Donnerstag, 29. November 2018

Brückeneinsturz in Genua: Chinesen wollen Viadukt wieder errichten

Der chinesische Baukonzern China Communications Construction Company Ltd. (CCCC) will die im August eingestürzte Morandi-Brücke in Genua neu errichten. Ein dementsprechendes Angebot reichten die Chinesen im Bündnis mit der Mailänder Baugesellschaft Salc in Genua ein, berichteten jetzt italienische Medien.

Zehn Angebote für die Wiedererrichtung der im August eingestürzten Morandi-Brücke in Genua sind nach Ablauf der Frist beim Bürgermeister der ligurischen Hafenstadt, Marco Bucci, eingetroffen.
Zehn Angebote für die Wiedererrichtung der im August eingestürzten Morandi-Brücke in Genua sind nach Ablauf der Frist beim Bürgermeister der ligurischen Hafenstadt, Marco Bucci, eingetroffen. - Foto: © APA/ANSA

CCCC ist mit einem Jahresumsatz von 75 Milliarden US-Dollar (66,21 Mrd. Euro) der drittgrößte chinesische Baukonzern. Das Unternehmen hat unter anderem die 54,7 Kilometer lange Megabrücke über das Meer errichtet, die China mit Hongkong und Makao verbindet. Zu dem Projekt gehören außerdem eine 625 Meter lange künstliche Insel und ein 6,7 Kilometer langer Tunnel. Dieser ermöglicht Schiffen die Einfahrt in den großen Containerhafen von Shenzhen.

Zehn Angebote für die Wiedererrichtung der im August eingestürzten Morandi-Brücke in Genua sind nach Ablauf der Frist beim Bürgermeister der ligurischen Hafenstadt, Marco Bucci, eingetroffen. 
Die größten Erfolgsaussichten, den Auftrag für die Errichtung der am 14. August eingestürzten Brücke zu bekommen, werden einem Konsortium aus Italiens stärkstem Baukonzern Salini Impregilo, der in Triest beheimateten Schiffswerft Fincantieri und dem Bahnstrecken-Bauer Italferr, Tochter der Italienischen Staatsbahnen (FS), eingeräumt. Fincantieris CEO, Giuseppe Bono, bestätigte das Einreichen des entsprechenden Angebots.

Die Betreibergesellschaft der Brücke, die Autostrade per l'Italia, die von den italienischen Regierungsparteien von Anfang an wegen angeblich mangelnder Instandhaltung für die Katastrophe verantwortlich gemacht wurde, ist von dem Projekt ausgeschlossen. Während eines schweren Unwetters war am 14. August das 40 Meter hohe Polcevera-Viadukt in Genua, das auch Morandi-Brücke genannt wird, auf einem etwa hundert Meter langen Stück eingestürzt. 43 Personen kamen ums Leben, Hunderte Menschen wurden obdachlos. Die Reste der eingestürzten Autobahnbrücke werden ab dem 15. Dezember abgerissen. Die neue Brücke soll bis 2020 nach einem Plan des Genueser Stararchitekten Renzo Piano gebaut werden.

apa

stol