Montag, 30. September 2019

Damen-Modelabel Jones insolvent

Das österreichische Damen-Modelabel Jones mit 35 Filialen und 168 Mitarbeitern ist insolvent. Die hinter dem Label stehende Rose GmbH hat am Montag einen Antrag auf Einleitung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beim Handelsgericht Wien eingebracht, teilte die Firma in einer Aussendung mit. Gläubigern werde eine Quote von 20 Prozent geboten.

Das Unternehmen lebte vor allem von seinen Stammkunden. -  Foto: APA
Das Unternehmen lebte vor allem von seinen Stammkunden. - Foto: APA

Die Passiva (Verbindlichkeiten/Schulden) der Rose GmbH dürften sich laut Gläubigerschützern auf circa 7,5 Mio. belaufen. 190 Gläubiger sollen betroffen sein. Es handelt sich damit um die bisher drittgrößte Einzelhandelsinsolvenz in diesem Jahr nach Charles Vögele und mister*lady.

Das Handelsgericht Wien eröffnete am Montagmittag über das Vermögen der Rose GmbH das beantrage Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung sowie Sanierungsplantagsatzung wurde für den 10. Dezember 2019 angesetzt.

Das Wiener Modeunternehmen geht davon aus, dass die Erfüllung des Sanierungsplanes durch die Fortsetzung des Sanierungskurses möglich ist. Im Rahmen des Sanierungsverfahrens soll das Filialnetz weiter gestrafft werden. Auch Beteiligungsgespräche mit potenziellen Investoren sind geplant, um die Eigenkapitalbasis zu stärken.

”Die nächsten Wochen werden erst zeigen, ob das Unternehmen mit den betroffenen Filialen im Insolvenzverfahren tatsächlich fortgeführt werden kann und inwiefern die bereits angebotene Sanierungsplanquote tatsächlich angemessen ist”, so die Einschätzung des KSV.

Als Gründe für die Insolvenz sieht das im Jahr 1972 gegründete Unternehmen die fortschreitende Globalisierung der Modeindustrie, neue Online-Konkurrenz, Preisverfall und geändertes Konsumverhalten. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Wir kämpfen als österreichisches Familienunternehmen in einem immer schwieriger werdenden Markt in Konkurrenz vor allem auch gegen internationale Großkonzerne”, sagte Jones-Geschäftsführer und -Miteigentümer Gabor Rose. Nur aufgrund der Stammkunden, Mitarbeiter und Partner habe man „so lange am Markt bestehen” können.

Die Fortführung des Modelabels und des Filialgeschäfts ist geplant. Laut dem Jones-Geschäftsführer wurden bereits Sanierungsmaßnahmen gestartet, etwa wurden Kollektionen gestrafft, defizitäre Standorte geschlossen, der Personalstand reduziert und Preise gesenkt. Auch Beteiligungsgespräche mit potenziellen Investoren seien in Aussicht. Die Business- und Freizeitmode von Jones ist aktuell in über 100 Modegeschäften in Europa verfügbar. Brancheninsider rechnen damit, dass nur einzelne Jones-Filialen geschlossen werden.

Neben den 35 Jones-Filialen werden noch weitere sieben Jones-Standorte durch Franchisenehmer sowie fünf Shop in Store (SIS) Stores durch selbständige Partnerunternehmen geführt, die durch die Insolvenz nicht betroffen sind. Jones-Gutscheine der Rose Gesellschaft verlieren im Rahmen der Insolvenz ihre Gültigkeit, nicht aber die Gutscheine von Franchise-Filialen.

apa

stol