Freitag, 26. Juni 2020

Der lokale Online-Handel boomt

Die Corona-Pandemie hat auch in Südtirol zu neuen Formen des Einkaufens geführt. Immer mehr Bürger kaufen über das Internet bei den lokalen Geschäften ein. Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) mahnt allerdings auch zur Vorsicht.

Der lokale Online-Handel blüht seit der Corona-Pandemie auf.
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Der lokale Online-Handel blüht seit der Corona-Pandemie auf. - Foto: © dpa-tmn / Jens Büttner
Während des Lockdowns konnte man Einkäufe per Smartphone bestellen und Schutzmasken, die unauffindbar schienen, konnten über die Webseite von Südtiroler Unternehmen gefunden werden.

Das sind nur einige Beispiele einer neuen Form des Einkaufens, die während der Corona-Pandemie ausprobiert wurden. In der krisenbedingten Konsum-Zwangspause hat diese Art des Einkaufens einen wahren Boom erlebt: Zwischen Jänner und Mai 2020 haben 2 Millionen Verbraucher mit der Modalität „Click & Collect“ online gekauft. Das bedeutet laut dem Nachrichtendienst „Il Sole 24 Ore“ und „Netcomm“ einen Anstieg von 349 Prozent.

Zahlreiche Verbraucher haben also aufgrund der Einschränkungen durch die Notmaßnahmen online die Lösung für ihr Einkaufsproblem gefunden. Auch Verbraucher, die eher misstrauisch oder weniger geübt im Umgang mit den neuen Technologien sind, konnten oder mussten sich auf das Experiment Online-Einkauf einlassen.

Lokaler Online-Handel entpuppt sich als echte Alternative

Die eingeschränkte Bewegungsfreiheit und logistische Probleme haben 2 oft miteinander verbundene Phänomene begünstigt. Das erste ist der lokale Onlinehandel beziehungsweise die Möglichkeit, über eine Webseite auch bei einem Geschäft im eigenen Wohnviertel oder der Heimatstadt einzukaufen.

Einen Online-Handel einzurichten, ist auch für kleinere Unternehmen kein unmögliches Unterfangen mehr und hat jetzt eine echte Alternative zu verschlossenen Ladentüren dargestellt.

Die Modalität „Click & Collect“, die viele Verbraucher ausprobiert haben, macht es möglich, online zu bestellen und zu bezahlen und dann nur zum Abholen der vorbereiteten Ware ins Geschäft zu gehen.

Nun handelt es sich zwar um eine erzwungene und insbesondere während des Lockdowns entwickelte Lösung, aber trotzdem um eine Art des Einkaufens, die in Zukunft wahrscheinlich fester Bestandteil unserer Gewohnheiten werden wird.

Der lokale Onlinehandel und die Modalität „Click & Collect“ stellen in der Tat Alternativen dar, die erhebliche Vorteile hinsichtlich Bequemlichkeit, Sicherheit und nachhaltigem Einkaufen darstellen, sowohl unter Umweltgesichtspunkten als auch im Hinblick auf die Stützung der lokalen Produktions- und Handelstätigkeiten.

Vorsicht bleibt geboten

Allerdings müssen die Verbraucher immer aufmerksam bleiben, auch wenn sie ihre Einkäufe über Whatsapp oder soziale Netzwerke tätigen.
Die Vorsichtsmaßnahmen, die wir normalerweise ergreifen, wenn wir in ein Geschäft gehen, dürfen auch beim Online-Einkauf nicht wegfallen.

Insbesondere ist es immer wichtig, die Identität des Geschäfts sicherzustellen, bei denen man einkauft (insbesondere in den sozialen Netzwerken) und sichere und nachvollziehbare Zahlungsmethoden zu verwenden.

Dabei ist auch zu beachten, dass jedes Mal, wenn man mit telematischen Mitteln einen Einkauf tätigen, einen regelrechten Vertrag abschließen.

Auch aus diesem Grund werden auf diese Art des Einkaufens alle vorgesehenen rechtlichen Schutzmaßnahmen (insbesondere die des Verbraucherkodexes) angewandt und es wäre wünschenswert, um nicht zu sagen notwendig, dass die Unternehmen den Verbrauchern die von ihnen angewandten allgemeinen Verkaufsbedingungen übermitteln, zumindest in Form eines Links, den man einsehen kann.

Was tun in einer Problemsituation?

Auch wenn man die erforderliche Vorsicht walten lässt, kann es vorkommen, dass beim Online-Einkauf nicht alles problemlos abläuft. Eine zusätzliche Möglichkeit für solche Fälle bietet in diesem Fall die Verbraucherzentrale mit ihrer Schlichtungsstelle Onlineschlichter.it.

Um seine Rechte als Verbraucher und Käufer geltend zu machen, genügt es, sich mit dem Portal Onlineschlichter.it zu verbinden, um die außergerichtliche Beilegung von Verbraucherrechtstreitigkeiten in Anspruch zu nehmen, die sich aus dem Onlineverkauf von Waren und Dienstleistungen ergeben. Das Verfahren kann vollständig online durchgeführt werden und ist vollkommen kostenlos.

Nachdem der Schlichter den über die Plattform vorgestellten Fall analysiert hat, wird er versuchen, eine einvernehmliche Lösung mit dem jeweiligen Unternehmen zu finden.


Weitere Informationen über Online-Käufe und Rechte von Verbrauchern, die online einkaufen sowie über die alternative Beilegung der Streitigkeiten finden Sie auf der Webseite der VZS eingesehen werden.

stol