Dienstag, 01. September 2015

Deutsche Post beginnt in Österreich einen "Kampf um jedes Paket"

Die Deutsche Post baut ein eigenes Paketgeschäft in Österreich auf. Im Kampf mit dem mächtigen neuen Konkurrenten muss die österreichische Post sich strecken. Das nutzt kurzfristig dem Kunden. Ob auf Dauer Jobs auf der Strecke bleiben, zeigt sich später.

Die Deutsche Post kommt über die Grenze nach Österreich. - Foto: Deutsche Post
Die Deutsche Post kommt über die Grenze nach Österreich. - Foto: Deutsche Post

In der Startphase hätten 15 Depots für die Zustellung im Nachbarland geöffnet, erklärte Post-Vorstand Jürgen Gerdes. Geplant seien Investitionen im dreistelligen Millionenbereich und die Eröffnung zahlreicher Paketshops in den nächsten Jahren.

Mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe will sie bei Paketen „die deutliche Nummer zwei“ nach dem Platzhirsch, der Österreichischen Post AG, werden.

Die Deutschen haben viel vor: „Bis 2016 wollen wir das größte Paketshop-Netz anbieten und damit jedem österreichischem Bürger ermöglichen, innerhalb von maximal 10 Minuten einen DHL Paketshop zu erreichen“, sagte Gerdes der Deutschen Presse-Agentur.

Viele Standorte und mehr Service – vor allem Abendzustellungen und die in Österreich bisher kaum üblichen Samstagslieferungen – damit will die Deutsche Post angreifen. Gerdes verspricht dabei viele neue Jobs in Österreich: Allein 2015 würden rund 1000 neue Stellen geschaffen, sagte er.

Österreichische Post reagiert wenig begeistert

In Österreich ist das Paketgeschäft bisher fest in den Händen der teilstaatlichen österreichischen Post mit ihren 19 000 Mitarbeitern.

„Die Konkurrenz durch die Deutschen wird zu einem verschärften Preiskampf führen“, sagte der österreichische Postchef Georg Pölzl der „Kronen-Zeitung“. Einen „Kampf um jedes Paket“, sieht die Wiener Tageszeitung „Die Presse“ heraufziehen.

apa/stol

stol