Donnerstag, 21. Mai 2015

Deutscher Lokführerstreik beendet – Chaos vor Pfingsten vermieden

Es sollte der längste Lokführerstreik in der Geschichte der Deutschen Bahn werden. Doch nun einigten sich der Konzern und die Gewerkschaft GDL auf ein vorzeitiges Ende: Der Tarifstreit geht in eine Schlichtung.

Der Bahnverkehr in Deutschland kehrt zur Normalität zurück.
Der Bahnverkehr in Deutschland kehrt zur Normalität zurück. - Foto: © APA

Millionen deutsche Bahnkunden können aufatmen: Die Lokführergewerkschaft GDL und die Bahn haben sich auf ein Ende des Streiks noch am heutigen Donnerstag verständigt. Beide Seiten einigten sich auf ein Schlichtungsverfahren in dem festgefahrenen Tarifkonflikt, teilten die Deutsche Bahn und die GDL am Morgen mit.

Die notwendigen Maßnahmen sind laut Bahn für die Kunden bereits um 7.00 Uhr angelaufen, laut GDL ist der Streik aber offiziell erst am Abend um 19.00 Uhr beendet.

Schlichtung beginnt nächsten Mittwoch

Die Bahn arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck daran, zum normalen Fahrplan zurückzukehren. Die Schlichtung soll am kommenden Mittwoch beginnen und ist für drei Wochen angesetzt. Bis Mitte Juni sind die Streiks damit ausgesetzt.

Zwei externe Schlichter sollen den monatelangen Tarifstreit nun beenden helfen: der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) für die Deutsche Bahn und der thüringische Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) für die GDL.

Arbeitsniederlegungen ohne Endzeitpunkt angekündigt

Die GDL hatte den aktuellen Streik am Dienstag im Güterverkehr begonnen, seit Mittwoch wurde auch im Personenverkehr gestreikt. Die Arbeitsniederlegungen waren ohne Endzeitpunkt angekündigt worden, nach früheren Äußerungen von GDL-Chef Claus Weselsky sollte der Ausstand aber noch länger dauern als der vorangegangene rund sechstägige Streik Anfang Mai. Am bevorstehenden reisestarken Pfingstwochenende drohten damit massive Behinderungen.

Forscher hatten Rekord-Staus befürchtet

Wegen der Bahnstreiks hätten nach Einschätzung von Verkehrsexperten am Freitag vor Pfingsten Stau-Rekorde auf den Straßen gedroht. Dieser Tag ist laut Stauforscher Michael Schreckenberg üblicherweise der staureichste Tag des Jahres. Auf die Fahrer wäre ein Szenario zugekommen, das "wir so nie hatten" - vor allem um Köln, Frankfurt, München und Hamburg.

Erleichterung auf beiden Seiten

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber betonte: „Wir sind sehr erleichtert, unsere Kunden und Mitarbeiter können aufatmen. Schlichten statt streiken ist das Gebot der Stunde.“ Weselsky sagte: „Nach fast einem Jahr Tarifkonflikt konnte mit dem Druck im neunten Arbeitskampf der gordische Knoten durchschlagen werden.“

dpa

stol