„Respekt vor der wehrlosen Kreatur sollte für jeden selbstverständlich sein, der mit Tieren arbeitet und von Tieren lebt“, schreibt unsere Kolumnistin. <BR /><BR /><BR /><BR />Beim Lieblingsbauern meiner Kindheit wurde so gut wie nichts weggeworfen oder verschwendet. Und wenn beim Schlachtschmaus alle am Tisch saßen, gedachte man auch der Tiere, die ihr Leben für den Menschen gegeben hatten. <BR /><BR />Heute steht die Landwirtschaft vor anderen Anforderungen und Fleisch ist vom Luxus- zum Billigst-Produkt verkommen. RESPEKT vor der wehrlosen Kreatur sollte dennoch für jeden selbstverständlich sein, der mit Tieren arbeitet und von Tieren lebt. Und ich spreche dabei nicht von weltfremder Wirtschaftsromantik. <BR /><BR />Knallhartes Geschäft ist das Produkt Tier nach wie vor (auch) im EU-Parlament, wo Donnerstag in Straßburg über Empfehlungen für Tiertransporte in Europa abgestimmt wurde. Dazu sollte man Folgendes wissen: 80 Prozent (!) der weltweiten Lebendtiertransporte haben mit Europa zu tun oder führen hindurch. <BR /><BR />Alleine 2019 wurden exakt 1.618.145.656 Rinder, Schafe, Schweine und Geflügel durch Europa, und aus der EU in nicht europäische Länder, gequält – tagelang, eingepfercht auf engstem Raum zumeist, halbtot vor Angst, Stress und Durst. Millionen Tonnen importierter Futtermittel nicht zu vergessen, mit denen wir unsere Tiere mästen, um sie in die halbe Welt zu exportieren. <BR /><BR />So funktioniert die hochindustrialisierte, Antibiotika- und Pestizid-verseuchte, Massentierhaltungs-erzeugende Ernährungs-Maschinerie, die Tierwohl-bedachte, nachhaltig produzierende Landwirte (als Voraussetzung für regionale Qualität auf dem Teller) in den Ruin treibt. Kaum Thema für die EU: Keine Empfehlung gibt es für die maximale Transportdauer auf Straßen und Schiffen, Vollspaltenböden in der Schweinehaltung bleiben erlaubt, Neu- und Umbauten von Ställen gestatten einem ausgewachsenen Schwein (statt bisher 1 Meter x 70 Zentimeter) absurde 1 Meter x 84 cm an Platz, das Wegwerfprodukt Küken darf nach wie vor geschreddert wie Ferkeln ohne Betäubung kastriert werden. <BR /><BR />Um diesen Perversionen entgegenzusteuern, bleibt des Konsumenten große Macht, der entscheidet, WAS auf seinen Teller kommt: Billigimporte, denen Leid aus allen Fleischporen tropft, oder Regionales, das „unsere Brüder“ achtet, wie der große Arzt und Philosoph Albert Schweitzer (1875 – 1965) alle Tiere, „die großen und die kleinen“, bezeichnete. Mir fällt diese Wahl nicht schwer!<BR />