Mittwoch, 08. Mai 2019

Die INAIL-Reform

Derzeit haben es die Unternehmen in Italien nicht leicht: Die Konjunktur ist rückläufig, die aktuelle Regierung scheint eher investitionsfaul zu sein und auch der Bürokratieaufwand nimmt immer neue Ausmaße an. Doch gibt es auch Lichtblicke: Das Arbeitsunfallinstitut INAIL hat sein Tarifsystem reformiert – zum Vorteil der meisten Wirtschaftssektoren.

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Foto: © shutterstock

„Das bis Ende 2018 bestehende Versicherungsprämiensystem stammte aus dem Jahr 2000“, sagt Sebastian Wieser vom INAIL Bozen in der aktuellen Ausgabe des „WIKU“. „In der Zwischenzeit hat sich die Wirtschaft wesentlich verändert.“ Daher sei beschlossen worden, ein neues Prämieneinzahlungssystem einzuführen.

Das Einsparungspotenzial für die Unternehmen sollte laut italienischem Wirtschaftsministerium im Schnitt 30 Prozent betragen. Für die risikoreichsten Tätigkeiten wurde der höchste Promillesatz von 130 Promille auf maximal 110 Promille herabgesetzt.

Der große Gewinner der Reform ist der Tourismus. So sinken die bisherigen Tarifsätze für die Tätigkeit in Restaurants- und Beherbergungsbetrieben um bis zu 55 Prozent. Hat der Inhaber eines Restaurantbetriebes bislang etwa 22 Promille bezahlen müssen, sind mit der neuen Reform 9,91 Promille.

Die Bauindustrie hingegen gehört zu den Verlieren der Reform. So kann es trotz der Promillesenkung von 130 auf 110 Promille in diesem Sektor zu Prämienerhöhungen kommen. Der Grund ist ein einfacher: „Die Begünstigungen, die es in diesem Sektor gab, sind mit der neuen Reform weggefallen“, heißt es vom INAIL.

stol

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