66 Prozent der Südtiroler Arbeitnehmer haben in den letzten 12 Monaten die Möglichkeit wahrgenommen, an einer oder mehreren Weiterbildungen teilzunehmen, um ihre beruflichen Kompetenzen auszubauen. Diese Zahl ist im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig. Trotz der Fortschritte im Bereich des Fernunterrichts zeigt sich also eine gewisse Schwierigkeit darin, traditionelle Ausbildungsangebote durch solche zu ersetzen, die durch die neuen Technologien ermöglicht werden.<BR /><BR />Daten von Eurostat zufolge (bezogen auf das Jahr 2021), welche die Weiterbildung in den Blick nehmen, hat sich die Ausbildungsbildungsaktivität in Südtirol durch die Pandemie verlangsamt. Der Südtiroler Durchschnittswert liegt unter dem europäischen und auch leicht unter dem gesamtstaatlichen, gleichzeitig aber über dem Wert Deutschlands, wo das Niveau von 2019 noch nicht erreicht wurde.<BR /><BR /><BR />Daten einer Erhebung des Arbeitsforschungsinstituts Afi zeigen, dass in Südtirol 66 von 100 Arbeitnehmer in den 12 Monaten vor der Befragung an mindestens einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen haben, die entweder vom Arbeitergeber bezahl oder – weniger häufig – vom Arbeitnehmer selbst finanziert wurde. 49 Prozent der Beschäftigten nahm auf Anleitung des Arbeitgebers an spezifischen Fachkursen teil. In 23 Prozent der Fälle wurden berufsrelevante Kurse von den interessierten Arbeitnehmern privat finanziert. <h3> Die Hauptgründe für die Teilnahme</h3>Es gibt diverse Gründe für die Teilnahme an Weiterbildungskursen. 86 Prozent der in Südtirol befragten Arbeitnehmer gaben an sich weiterzubilden, um ihre beruflichen Aufgaben besser erfüllen zu können; 74 Prozent beteiligten sich auch bzw. vor allem aus Eigeninteresse.<BR /><BR /> Andere wiederum wollten vor allem eine Bescheinigung oder ein Zertifikat erhalten (60 Prozent), ihre Karriereaussichten verbessern (51 Prozent), soziale Kontakte knüpfen, die später nützlich sein könnten (45 Prozent), oder den eigenen Lebenslauf anreichern, um ihre Beschäftigungsfähigkeit zu sichern (45 Prozent). Schließlich erklären 50 Prozent, vom Arbeitgeber zur Teilnahme verpflichtet worden zu sein. <BR /> <h3> Die Weiterbildungsthemen</h3>In Südtirol geht es bei der Weiterbildung vor allem um drei große Themenbereiche: 38 Prozent der Kurse betrafen die Verbesserung der eigenen Sprachkenntnisse, womit nicht nur Deutsch und Italienisch, sondern auch bzw. vor allem Englisch gemeint ist; 27 Prozent waren spezifische EDV-Kurse oder Kurse für die Aktualisierung und den Ausbau bestimmter Fähigkeiten im technologischen Bereich; bei einem kleinen Teil drehte es sich um Betriebsmanagement und Recht, um Führungs-, Werbe-, Marketing- und Rechtskompetenzen auszubauen.<h3> Gründe für die Nicht-Teilnahme</h3>34 Prozent der Befragten nahm in den letzten 12 Monaten an keiner beruflichen Weiterbildung teil. Als Grund wurde, unter anderem, der mangelnde Bedarf an Weiterbildung (44 Prozent) oder der Gedanke, dass das eigene Alter den Bedarf einer Weiterbildung auflöse (31 Prozent), genannt. „Bemerkenswert ist, dass der Wunsch der Arbeitnehmer, an Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen, in den letzten 12 Monaten, im Vergleich zu den Vorjahren, deutlich abgenommen hat. Wir können feststellen, dass nur 28 Prozent derjenigen, die an keiner Weiterbildung teilgenommen haben, dies gerne getan hätten“, sagt AFI-Forscherin Maria Elena Iarossi.