Montag, 06. Juli 2015

Die Prader Empfehlung für Premier Renzi

Der Bürgermeister der Gemeinde Prad am Stilfserjoch fordert von Matteo Renzi mehr Sonne statt Erdgas. Denn: Die Vinschger Gemeinde ist in Sachen Photovoltaik überdurchschnittlich aktiv.

Karl Bernhart plädiert für mehr Sonnenenergie.
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Karl Bernhart plädiert für mehr Sonnenenergie. - Foto: © STOL

Karl Bernhart nimmt kein Blatt vor den Mund und den Mund auch nicht zu voll. Warum auch? Immerhin hat der Prader Bürgermeister die Zahlen auf seiner Seite. 

Mit einer kumulierten installierten Leistung Photovoltaik von 2055 Watt pro Einwohner trägt Prad am Stilfserjoch überdurchschnittlich zur kumulierten Leistung Italiens von etwa 300 Watt pro Einwohner bei. Und genau für letzteres wurde der Stiefelstaat nun ausgezeichnet.

Und: Gerade Karl Bernhart holte Ende Juni in Vaduz den 3. SolarSuperState-Preis in der Kategorie Solar für Italien ab. Dabei empfahl er der italienischen Regierung von Matteo Renzi, "den Fokus auf die nationalen erneuerbaren Energien zu legen und nicht fossilen Energien wie Erdgas-Importen aus dem Ausland (Asien und Afrika) nach zu jagen".

 

Der Prader Bürgermeister Karl Bernhart bei der Preisverteilung (hinten links). 

Die SolarSuperState Association ist die globale Stimme für Menschen und Organisationen, die von der schnellen Marktvergrößerung für dezentrale Erneuerbare-Energie-Technologien einen Vorteil haben können. Sie vergibt auch die SolarSuperState-Preise in verschiedenen Kategorien. 

"Conto Energia" ist ausschlaggebend

Im Bereich Solar schneidet Italien nicht zuletzt ob der Förderungen gut ab. Die Italienische Stromeinspeise-Regulation namens "Conto Energia" stützte sich auf drei Gesetze/Dekrete:

1) Decreto Legislativo 387 beschlossen 2003 vom Parlament
2) Decreto Ministeriale vom 28. Juli 2005
3) Delibra 188 vom 14. September 2005

Die Kosten wurden und werden von den Stromverbrauchern anhand einer Umlage bezahlt, welche seit 1991 existiert, um spezielle Stromproduktion zu finanzieren.

2005 wurde die erste Photovoltaikanlage nach der neuen Einspeise-Regelung "Primo Conto Energia" registriert. Nach Erreichen der Grenzwerte für die kumulierte Leistung wurde mehrmals ein neues "Conto Energia" von der Regierung geöffnet. 2011 wurde die erste Anlage nach dem bisher letzten "Quinto Conto Energia" registriert.

Am Ende des Jahres 2014 rangiert Italien auf Platz drei in der Welt mit einer kumulierten installierten Leistung Photovoltaik von etwa 300 Watt pro Einwohner. Und eben dafür gab es den Preis  - und die "anregenden" Worte des Prader Bürgermeisters - gerichtet am Matteo Renzis Regierung.

stol/ker

stol