Freitag, 18. September 2015

Die Zukunft der Solland Silicon entscheidet sich nächste Woche

Die Situation der 157 Mitarbeiter der Ex-Memc in Sinich und die Zukunft des Unternehmens Solland Silicon, das Anfang des Jahres 2015 das Sunedison-Werk übernommen hatte, standen im Mittelpunkt einer Aussprache am Freitag. Die Stimmung unter den Fachgwerkschaften bleibt trotz der zugesagten Lohnzahlungen düster.

157 Mitarbeiter der Ex-Memc in Sinich bangen weiter um ihren Job und den ausständigen Lohn.
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157 Mitarbeiter der Ex-Memc in Sinich bangen weiter um ihren Job und den ausständigen Lohn.

Die ausstehenden Lohnzahlungen an die Mitarbeiter, die Schwierigkeiten des Betriebes aufgrund des Preisverfalles im Bereich des Solarsiliziums und die hohen Energiekosten in der Produktion wurden bei der Aussprache zur Zukunft der Meraner Niederlassung der Solland Silicon angesprochen.

Am Treffen beteiligt waren Arbeitslandesrätin Martha Stocker, der Direktor der Landesabteilung Arbeit Helmuth Sinn, Firmenchef Massimo Pugliese und die Vertretern der Fachgewerkschaften. 

 

Die Aussprache zwischen Arbeitslandesrätin Martha Stocker, dem Direktor der Landesabteilung Arbeit Helmuth Sinn, Firmenchef Massimo Pugliese und den Vertretern der Fachgewerkschaften am Freitag. - Foto:lpa 

In Bezug auf die ausstehenden Lohnzahlungen bekräftigte Firmenchef Massimo Pugliese, dass er sich an die geschlossene Vereinbarung halten und innerhalb 15. Oktober alle Zahlungen vornehmen werde.

Seit zwei Monaten haben die Bediensteten kein Gehalt gesehen, und jene Mitarbeiter, die sich im Lohnausgleich befinden, müssen seit 2011 mit 750 Euro netto im Monat auskommen, da die Firma ihren Beitrag nicht in die Kasse einzahlt.

Umstellung des Betriebes als Lösung? 

Pugliese erläuterte bei der Aussprache zudem die Hintergründe der aktuellen Schwierigkeiten: Der Preis für Solarsilizium sei seit Dezember 2014 von etwa 22 auf circa 13 Dollar gesunken, weshalb eine Produktion nicht kostendeckend wäre.

Derzeit prüfe man deshalb die technische und finanzielle Möglichkeit, einen Teil des Betriebes auf die Produktion von Silizium für elektronische Produkte umzustellen, für die höhere Preise zu erzielen sind.

"Wir hoffen, dass uns die Firmenleitung von Solland Silicon Ende nächster Woche eine positive Antwort auf die Möglichkeit dieser Umstellung geben und damit die Zukunft des Werkes und vor allem der 150 Mitarbeiter und ihrer Familien sichern kann", betonte Arbeitslandesrätin Stocker im Anschluss an die Aussprache.

Sobald diese grundlegende Frage geklärt sei, könne man auch das Problem der hohen Energiekosten des Werkes erneut angehen und gemeinsam nach einer Lösung suchen.

Gewerkschaften skeptisch

Die Vertreter der Fachgewerkschaften nahmen die Bemühungen und die Zusicherungen des Firmenchefs Pugliese zur Kenntnis, zeigten sich aber insgesamt eher skeptisch. Erst am Dienstag waren rund 70 Bedienstete der Solland Silicon or dem Firmengebäude in Sinich zu einer Protestkundgebung zusammengekommen. 

Es wurde vereinbart, dass beim Treffen im Arbeitsministerium am 1. Oktober ein Vertreter der Landesabteilung Arbeit mit dabei sein wird. Bis dahin wird zudem mehr Klarheit über die Zukunft der Produktionsstätte in Sinich herrschen. 

stol/lpa

stol