Mittwoch, 15. April 2015

EU geht gegen Google vor – Milliardenstrafe droht

Die EU-Kommission wirft Google einen Missbrauch seiner Marktmacht vor und verschärft deshalb die Gangart gegen den US-Internetriesen.

Foto: © APA/AP

Die Brüsseler Kartellwächter schickten am Mittwoch ihre Beschwerdepunkte an den Konzern und zündeten damit eine neue Stufe in dem seit fünf Jahren laufenden Verfahren.

Darin wird dem Unternehmen vorgeworfen, systematisch den eigenen Preisvergleichsdienst auf seiner Suchmaschinenseite zu bevorzugen.

Außerdem leitete EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager eine Untersuchung zum Betriebssystem Android auf Mobilgeräten wie Smartphones und Tablets ein. A

m Ende könnte dem US-Konzern eine Strafe von rund sechs Milliarden Euro drohen. Google wies die Vorwürfe zurück. Der Axel-Springer-Konzern begrüßte das schärfere Vorgehen der EU-Kommission. Die Googgel-Aktie gab vorbörslich um 0,26 Prozent nach.

Google habe nun zehn Wochen Zeit, um auf die Beschwerdepunkte wegen des Preisvergleichsportals („Google Shopping“) zu reagieren, sagte Vestager.

„Sollte die Untersuchung unsere Befürchtungen bestätigen, müsste Google die rechtlichen Konsequenzen tragen und seine Geschäftspraxis in Europa ändern.“ Google habe zwar sehr gute Dienste, aber dominante Konzerne hätten die Verantwortung, ihre Position nicht zu missbrauchen.

apa/reuters

stol