Mittwoch, 07. März 2018

EU-Kommission sieht wirtschaftliche Fortschritte in Italien

Die EU-Kommission ist wegen der hohen Zahl fauler Kredite in Italiens Bankbilanzen und der anhaltend hohen Staatsschulden beunruhigt, sieht allerdings leichte Fortschritte.

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Es werde erwartet, dass die Gesamtverschuldung 2018 von 132,1 auf 130,8 Prozent der Wirtschaftskraft sinken werde, erklärte die Brüsseler Behörde am Mittwoch. In dem Land bestünden aber nach wie vor erhebliche wirtschaftliche Probleme.

Nach dem hoch verschuldeten Griechenland weist Italien nach wie vor die zweithöchste Schuldenquote in Europa auf. Bei den ausfallgefährdeten Krediten gebe es leichte Fortschritte, doch das Hauptproblem bestehe nach wie vor in dem unterdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum, erklärte die Brüsseler Behörde weiter.

Insgesamt sieht die EU-Kommission in elf EU-Staaten wirtschaftliche Ungleichgewichte – namentlich in Kroatien, Zypern, Italien, Bulgarien, Frankreich, Irland, den Niederlanden, Portugal, Spanien und Schweden. Auch an Deutschland richten die Haushaltsprüfer mahnende Worte. Es seien nur begrenzte Fortschritte dabei erzielt worden, öffentliche Investitionen anzustoßen. Zudem müsse vor allem das Steuersystem effektiver gestaltet werden.

Die EU-Kommission stößt sich seit geraumer Zeit am anhaltend hohen Exportüberschuss Deutschlands. Kritiker sind der Ansicht, dass dadurch wirtschaftliche Ungleichgewichte in Europa verstärkt würden. Je höher die Überschüsse in einem Land wie Deutschland ausfallen, desto höher sind zwangsläufig die Defizite bei Handelspartnern. Die EU-Kommission empfiehlt Deutschland erneut, mehr zu investieren, da Investitionen neben Lohnerhöhungen dazu beitragen können, den Handelsbilanzüberschuss zu senken.

Detailliertere Empfehlungen für die einzelnen Länder wird die EU-Kommission voraussichtlich im Mai vorlegen.

dpa

stol