Mittwoch, 27. Mai 2015

EU und Schweiz tauschen künftig Steuerdaten aus

2018 sollen erstmals Steuerdaten zwischen der Schweiz und den 28 EU-Ländern ausgetauscht werden.

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Basis dafür ist das am Mittwoch in Brüssel unterzeichnete Abkommen über den automatischen Informationsaustausch (AIA) in Steuersachen. Damit wird das Schweizer Bankgeheimnis endgültig zu Grabe getragen.

„Es ist ein historischer Moment – sowohl politisch wie auch symbolisch“, sagte EU-Steuerkommissar Pierre Moscovici. Der EU-Kommissar wohnte der Unterzeichnung des Abkommens in Brüssel bei.

Der automatische Informationsaustausch solle zum Standard auf dem ganzen europäischen Kontinent werden, sagte Moscovici. So etwa führe man auch Gespräche mit Liechtenstein, Monaco, San Marino und Andorra.

Für die EU hatte der lettische Finanzminister Janis Reirs das Abkommen unterzeichnet. Denn Lettland hat zurzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne. Auch Reirs gab sich erfreut.

Ein Steuersystem könne nur effektiv sein, „wenn keine Schlupflöcher oder Schwächen existieren, die von Steuerberatern zur Steuervermeidung ausgenutzt werden können. Das heute unterzeichnete Abkommen mit der Schweiz ist in dieser Hinsicht ein sehr wichtiges Instrument, um solche Löcher zu stopfen.“

Auf Schweizer Seite unterzeichnete Jacques de Watteville, Staatssekretär für internationale Finanzfragen, das Abkommen. Dieses entspreche der vom Bundesrat eingeschlagenen Linie, sagte er.

apa/sda

stol