Mittwoch, 18. September 2019

Euro vor US-Zinsentscheidung leicht gefallen

Der Euro ist am Mittwoch vor geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed etwas gesunken. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1059 US-Dollar gehandelt. In der Früh hatte der Euro noch etwas höher notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1053 (Dienstag: 1,1026) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9047 (0,9070) Euro.

Der Euro ist am Mittwoch etwas gesunken.
Der Euro ist am Mittwoch etwas gesunken. - Foto: © shutterstock

Marktbeobachter sprachen von einer leichten Gegenbewegung, nachdem der Euro in der vergangenen Nacht bis auf 1,1076 Dollar gestiegen war. Die Finanzmärkte warten auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank. Am Devisenmarkt wird fest mit der 2. Zinssenkung in diesem Jahr gerechnet. Die meisten Analysten erwarten einen Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte nach unten. Derzeit liegt der Leitzins in einer Spanne zwischen 2,0 und 2,25 Prozent.

Entscheidend sind Signale der Notenbank

Entscheidend für den Wechselkurs dürfte laut Experten vor allem sein, welche Signale die Notenbank für das weitere Vorangehen der Fed gibt. „Entscheidend ist nicht nur, ob und wie viele weitere Zinssenkungen sie in Aussicht stellt, sondern auch welche Gründe sie hierfür anführt“, kommentierte Thu Lan Nguyen, Devisenexpertin bei der Commerzbank. „Setzen die US-Notenbanker einen stärkeren Fokus auf die schwache Konjunktur und damit auf eine expansivere Geldpolitik, wäre dies ohne Frage ein schlechtes Zeichen für den Dollar.“ Niedrigere Zinsen belasten tendenziell eine Währung.

Kurz vor der Veröffentlichung der Zinsentscheidung war ein plötzlicher Liquiditätsengpass am Geldmarkt in den USA in den Fokus gerückt. Dort handeln die Banken mit überschüssigem Geld. Die Ursache der Knappheit blieb vorerst unklar. Experten vermuteten Steuerzahlungen der Unternehmen und Käufe neuer Staatsanleihen durch amerikanische Banken. Nach Interventionen der Fed am Geldmarkt entspannte sich die Lage etwas.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88720 (0,88813) britische Pfund, 119,54 (119,23) japanische Yen und 1,0999 (1,0966) Schweizer Franken fest. Die Feinunze (31,1 Gramm) Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.507 Dollar gehandelt. Das waren etwa 6 Dollar mehr als am Vortag. 

apa/dpa

stol