Dienstag, 25. August 2015

Europäische Börsen starten rasante Aufholjagd

Der Kampf Chinas gegen eine Konjunkturflaute hat den europäischen Börsen am Dienstag wieder kräftig Auftrieb gegeben. So stieg der deutsche Leitindex DAX nach seinem Crash zu Wochenbeginn wieder über die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten und beendete den Handelstag mit einem Plus von 4,97 Prozent.

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Der Leitindex der Mailänder Börse, FTSE MIB, schloss sogar mit einem Plus von 5,86 Prozent und 21.649,69 Punkten. Auch der Euro-Stoxx 50 machte einen großen Sprung nach oben und beendete den Handelstag bei 3208,58 Punkten (plus 4,65 Prozent).

Mit einer erneuten Leitzinssenkung will die chinesische Zentralbank der Wirtschaft des Landes unter die Arme greifen. Noch zu Wochenbeginn hatten Sorgen um eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft sowie die Kursturbulenzen am Aktienmarkt des Landes die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt: Der Dax war erstmals seit Januar unter die Marke von 10.000 Punkten gerutscht und in der Spitze fast bis auf 9300 Punkte abgesackt.

Nicht wenige Börsianer hatten die Verluste zu Wochenbeginn allerdings als übertrieben eingestuft und von zu großen Konjunktursorgen gesprochen. In dieses Bild passte auch der gestern präsentierte Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland, der besser ausfiel als erwartet. Offensichtlich lassen sich die deutschen Unternehmen von den jüngsten Turbulenzen die Stimmung nicht vermiesen.

Es gibt aber auch vorsichtige Stimmen. Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar hält vorerst nur eine sogenannte Bärenmarkt-Rally für möglich. Das ist eine zwischenzeitliche Kurserholung in einem Abwärtstrend. Die aktuelle Lage sei extrem und nur mit wenigen Marktphasen aus der Vergangenheit vergleichbar. 

dpa

stol