Montag, 05. Dezember 2016

Europas Börsen im Frühhandel klar im Plus: Kein Italien-Schock

Die europäischen Börsen haben sich am Montag vom „Nein“ beim italienischen Verfassungsreferendum nicht verunsichern lassen. Rund eine Stunde nach Handelsbeginn verzeichneten sie mehrheitlich deutliche Gewinne. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 1,68 Prozent auf 3.065,87 Einheiten. Der deutsche Leitindex DAX gewann 1,89 Prozent auf 10.711,55 Punkte. In London legte der FTSE-100 um 0,84 Prozent auf 6.786,97 Punkte zu. Auch der italienische Aktienindex FTSE MIB drehte nach klaren Verlusten zur Eröffnung ins Plus und notierte zuletzt um 0,52 Prozent höher bei 17.248,31 Einheiten.

Die europäischen Börsen haben sich am Montag vom „Nein“ beim italienischen Verfassungsreferendum nicht verunsichern lassen.
Die europäischen Börsen haben sich am Montag vom „Nein“ beim italienischen Verfassungsreferendum nicht verunsichern lassen. - Foto: © shutterstock

Die italienischen Wähler haben am Sonntag die von Ministerpräsident Matteo Renzi vorgeschlagenen Verfassungsänderung deutlich abgelehnt. Hochrechnungen zufolge dürften um die 60 Prozent gegen die Reform gestimmt haben. Renzi hat noch in der Nacht auf Montag seinen Rücktritt angekündigt. Der von manchen Beobachtern befürchtete Kurssturz an den Börsen ist allerdings bisher ausgeblieben.

Das Abstimmungsergebnis in Italien sei keine solche Überraschung gewesen wie das Votum der Briten für den EU-Austritt ihres Landes im Juni oder der Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl im November, sagte der Analyst Yunosuke Ikeda von Nomura Securities. Der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, verwies zudem auf die Folgen von Renzis Rücktritt: „Italien dürfte jetzt eine Technokraten-Regierung bekommen. Das muss nichts Schlechtes bedeuten“. Übergangsregierungen hätten in Europa manchmal mehr hinbekommen als reguläre Regierungen.

Bankatien verlieren

Deutlich belastet vom Ausgang des Referendums wurden allerdings italienische Bankaktien. Die Titel der Intesa Sanpaolo waren im Frühhandel mit einem Minus von 0,66 Prozent die größten Verlierer im Euro-Stoxx-50. Die nicht mehr im Eurozonen-Leitindex enthaltenen Aktien der UniCredit brachen um 3,65 Prozent ein.

Die Anteilsscheine der Monte dei Paschi hingegen drehten nach einer schwachen Eröffnung ins Plus und notierten zuletzt um 0,67 Prozent höher. Nach Renzis Rücktrittsankündigung wird sich im Laufe des Tages ein Bankenkonsortium zur geplanten 5 Mrd. Euro schweren Kapitalerhöhung für die Krisenbank Monte dei Paschi treffen, sagte ein Insider gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

apa

stol