Donnerstag, 26. April 2018

EZB-Chef Draghi: Handelskonflikt ist noch kein Wachstumsdämpfer

Trotz jüngster Signale einer Konjunkturabschwächung hat der von den USA entfachte Handelskonflikt laut EZB-Chef Mario Draghi noch keine gravierenden Auswirkungen auf die Wirtschaft. Bisher habe sich der Protektionismus weitgehend verbal geäußert und noch keine Spirale von Schutzzöllen und Gegenmaßnahmen in Gang gesetzt, sagte Draghi am Donnerstag in Frankfurt.

Laut Mario Draghi hat der entfachte Handelskonflikt noch keine gravierenden Auswirkungen auf die Wirtschaft.
Laut Mario Draghi hat der entfachte Handelskonflikt noch keine gravierenden Auswirkungen auf die Wirtschaft. - Foto: © APA/AFP

„Doch wir wissen noch nicht, welches Ausmaß die Vergeltung annehmen wird.“ Letztlich könnten die Spannungen im Handel dazu führen, dass das Vertrauen in der Wirtschaft leide. Dies wiederum beinträchtige dann die Konjunkturaussichten. Diese seien trotz einer sich zuletzt abzeichneten Abschwächung des Wachstums weiterhin „solide“.

Zollstreit noch keinen Effekt auf Wirtschaft 

Auf der geldpolitischen Sitzung der EZB wurde das Thema nach Draghis Worten eingehend besprochen. Der Verlust der Wachstumsdynamik sei „länderübergreifend“. Der Rückgang einiger Konjunkturbarometer sei für die Währungshüter überraschend gekommen. Zugleich habe der Zollstreit aber bisher noch keinen unmittelbaren Effekt auf die Zuversicht in der Wirtschaft gehabt.

Nach Einschätzung deutscher Regierungsvertreter droht in dem seit Monaten schwelenden Handelsstreit der EU mit den USA ab Mai eine Eskalation. Die Ausnahmen für die EU bei den neuen US-Zöllen auf Stahl- und Aluminium-Importe würden wohl nicht verlängert. Bisher treffen die US-Maßnahmen vor allem China.

apa/reuters 

stol