Donnerstag, 09. März 2017

EZB rechnet mit schnellerem Anziehen der Inflation im Euroraum

Trotz anziehender Preise will die Europäische Zentralbank (EZB) die Inflation weiter anheizen.

Die Verbraucherpreise im Euroraum werden nach Einschätzung der EZB deutlich schneller anziehen als zuletzt erwartet.
Die Verbraucherpreise im Euroraum werden nach Einschätzung der EZB deutlich schneller anziehen als zuletzt erwartet. - Foto: © shutterstock

Die Verbraucherpreise im Euroraum werden nach Einschätzung der EZB deutlich schneller anziehen als zuletzt erwartet. Für das laufende Jahr rechnet die Notenbank nun mit einer Teuerungsrate von 1,7 Prozent (Dezember-Prognose: 1,3 Prozent), wie EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt sagte.

Für 2018 erwartet die EZB 1,6 (1,5) Prozent Teuerung, 2019 erwarten die Währungshüter unverändert 1,7 Prozent Inflation.

Mittelfristig strebt die Notenbank eine jährliche Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent an – weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben, in der Hoffnung, dass es bald noch billiger wird.

Im Februar war die Inflation im Euroraum getrieben vor allem von hohen Energiepreisen erstmals seit vier Jahren wieder auf zwei Prozent gestiegen.

Die mittelfristigen Aussichten für die Konjunktur beurteilt die EZB etwas optimistischer als noch im Dezember. Für das laufende Jahr wird ein Zuwachs von 1,8 (1,7) Prozent beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) erwartet. 2018 soll die Wirtschaft im Euroraum demnach um 1,7 (1,6) Prozent zulegen, für 2019 erwarten die Währungshüter unverändert 1,6 Prozent Wachstum.

Die EZB hält den Leitzins seit längerem auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Zudem werden über Staatsanleihenkäufe monatlich Milliarden in das Finanzsystem gepumpt. Beide Maßnahmen sollen die Konjunktur stützen und für mehr Inflation sorgen.

apa/dpa/reuters

stol