Sonntag, 03. Januar 2016

Fusion: Kaltern auf dem Weg zur größten Kellerei Südtirols

"Ja, wir sind dabei uns zu vermählen", sagt Walter Schullian, Vize-Obmann der Kalterer Weinkellerei Erste+Neue. 2016 soll der bereits seit langem anvisierte Zusammenschluss mit der Kellerei Kaltern Wirklichkeit werden. Erster Stichtag: die Infoveranstaltung für Mitglieder beider Kellereien am 7. Jänner.

Kaltern feiert Weinhochzeit: Die Erste+Neue Kellerei und die Kellerei Kaltern wollen fusionieren.
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Kaltern feiert Weinhochzeit: Die Erste+Neue Kellerei und die Kellerei Kaltern wollen fusionieren. - Foto: © shutterstock

"Ich bin zwar kein Prophet, aber guter Hoffnung", sagt Walter Schullian auf Nachfrage von STOL. Nach dem Rücktritt von Manfred Schullian steht die Erste+Neue derzeit ohne Obmann da - und das in einer Zeit, in der es turbulent zugeht und in der große Schritte unternommen werden sollen. Bei der Versammlung am 15. Jänner soll diese Lücke geschlossen werden. 

Pläne der Fusion vorstellen - Stichtag: 7. Jänner

Doch noch vor diesem Datum steht ein weit brisanteres Treffen an: Bei der Infoveranstaltung am 7. Jänner sollen den Mitgliedern die Fusionspläne vorgestellt, "deren Vorbehalte und Bedenken angehört, aber auch der Begeisterung Platz gemacht werden", sagt der Vize-Obmann Schullian. 

Und er gibt sich zuversichtlich: "Die Verwaltungsräte beider Kellereien stehen 100-prozentig hinter dem Zusammenschluss", so Schullian. Dennoch: Es braucht bei beiden Partnern eine Zweidrittelmehrheit, um die Fusion zu besiegeln. 

"Wenn es ganz schnell geht, dann kann das bis April-Mai der Fall sein", sagt der Vize-Obmann. 

Größte Kellerei Südtirols

Bei einer Fusion würde die Kellerei Kaltern rund 280 Hektar Produktionsfläche, die Erste+Neue 230 Hektar in die neue Vereinigung miteinbringen. 

Durch den Zusammenschluss würde die neue Kalterer Kellerei damit flächen- und produktionsmäßig zur größten Kellerei Südtirols. "Doch was wir anstreben, ist nicht die Größe, sondern die Stärke, die wir aus einem Zusammenschluss gewinnen", sagt Schullian. 

Ein gemeinsames Marketing

Zudem haben beide Kellereien einiges an Aufgaben zu bewältigen, die sich gemeinsam nicht schlechter angehen lassen. 

Es geht um die veralteten, baulichen Strukturen ebenso, wie darum, die Betriebsabläufe von jetzt vier Standorten auf einen zu konzentrieren, es geht um Kosteneinsparungen bei den Investitionen und Folgekosten und vor allem geht es um eins: "Einen einheitlichen und starken Auftritt am Markt", zählt Schullian die Vorteile auf.

Kellerei Kaltern (l.) und Erste+Neue (r.): Beide Kellereien befinden sich nur einen Steinwurf voneinander entfernt. - Foto: STOL/GoogleMaps

Doch auch baulich steht beiden Kellerein einiges bevor, denn beide sind zu klein und müssen erweitern. "Unsere beiden Standorte sind nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Von einem Zusammenschluss könnten wir also beide profitieren", so der Vize-Obmann. 

Schon mehrfache Anläufe

Die Gründe für eine Fusion liegen auf der Hand - und doch geistert der Fusionsgedanke bereits seit Jahrzehnten herum und scheiterte bereits vor eineinhalb Jahren nach sehr konkreten Ansätzen im letzten Moment. "Doch wir wollen nicht alte Wunden aufreißen, sondern jetzt weitermachen", kommentiert Schullian die bisherigen Versuche. 

Natürlich wäre es günstiger gewesen, schon damals zu fusionieren, aber es gilt: "Besser spät als nie."

Der Plan A wird zum Plan B

Gemeint ist damit auch, dass die Erste+Neue bereits ein Projekt der Vollversammlung vorgestellt hat, um allein zu bauen. Auf die Frage, ob es sich dabei nun um einen Plan B handle, sagt Schullian: "Das war unser Plan A. Er ist bei einem Zusammenschluss aber hinfällig."
In so einem Fall bedauert Schullian die bis dato getätigten Ausgaben. In den Vorschlag von Architekt Walter Angonese sollen bereits 60.000 Euro investiert worden sein. "Denn auch wir müssen nach vorne schauen", rechtfertigt sich Schullian. 

Vorerst blickt der Vize-Obmann aber auf den 7. Jänner. Und schließt: "Ich bin zwar kein Prophet, aber guter Hoffnung."

stol/ker

stol