Montag, 20. September 2021

GKN: Gericht blockiert Entlassungen in der Toskana

Ein Gericht in Florenz hat der Klage der Gewerkschaft Fiom/Cgil gegen die Entlassungen des Automobilzulieferers GKN in Campi Bisenzio stattgegeben und das Schreiben zur Eröffnung des Massenentlassungsverfahrens aufgehoben. Dies meldet die Nachrichtenagentur Ansa und beruft sich auf Gewerkschaftsquellen.

GKN will die Niederlassung in der Toskana schließen.

Das Werk des britischen Autozulieferkonzerns GKN in Campi Bisenzio bei Florenz soll geschlossen werden. Unerwartet hatte die Konzernleitung im Juli mitgeteilt, dass alle 422 Mitarbeiter sowie auch 80 Arbeitsplätze von anderen Zulieferfirmen gestrichen werden.

Das Gericht, an das sich die Gewerkschaft mit einer Klage wegen gewerkschaftsfeindlichen Verhaltens gewandt hatte, verurteilte GKN Driveline Florence nun dazu, „das Schreiben über die Eröffnung des Verfahrens ex L. 223/91 zu widerrufen“ und „die in Artikel 28 vorgesehenen Verfahren zur Anhörung und Konfrontation einzuführen“.

„Wir haben gemeinsam mit den Arbeitnehmern gewonnen, weil wir Recht hatten: Die Entlassungen bei GKN sind unrechtmäßig. Der Präsident des Ministerrats und das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung werden nun ihren Teil dazu beitragen und sich mit der Frage der Verlagerung und einer Lösung befassen, die die Wiederaufnahme der Produktion und der Beschäftigung in dem Werk für die Arbeitnehmer von Campi Bisenzio und alle Betroffenen gewährleistet“, sagen Francesca Re David, Generalsekretärin von Fiom-Cgil, und Daniele Calosi, Generalsekretär von Fiom-Cgil Florenz und Prato, in einer gemeinsamen Erklärung.

In Südtirol ist die von dem britischen Fonds Melrose Industries kontrollierte GKN-Gruppe im Pustertal an mehreren Standorten aktiv und beschäftigt mehr als 500 Mitarbeiter. Neben dem Hauptwerk in Bruneck, wo vor allem Komponenten für Elektroautos gebaut werden, gibt es auch ein Werk in Sand in Taufers. Bis vor 2 Jahren gehörte auch das Walterscheid-Werk in Welsberg zur GKN-Gruppe.

ansa/stol

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