Freitag, 01. Juli 2016

hds zu Raumplanung im Handel: Mit lachendem und weinendem Auge

Der hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol begrüßt im Großen und Ganzen die vom Ministerrat in Rom genehmigte Durchführungsbestimmung für den Südtiroler Einzelhandel, die es nun wieder ermöglicht, die Raumplanung im Handel autonom zu regeln. „Das grüne Licht von Seiten der Regierung für eine autonome Entscheidungsbefugnis in der Raumordnung sehen wir allerdings mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, betont hds-Präsident Walter Amort.

Walter Amort - Foto: hds
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Walter Amort - Foto: hds

Es handle sich um einen entscheidenden Schritt in Richtung Weiterentwicklung und Stärkung unserer lebendigen Orte - dort, wo der Handel auch stattfinden soll, so der hds. Präsident Amort wies in einer Aussendung darauf hin, dass die Durchführungsbestimmung nun die Voraussetzung geschaffen habe, damit Südtirol ein neues Landesgesetz bzw. eine neue Handelsordnung verabschieden kann, die den Bereich klar und eindeutig und ohne jegliche Schlupflöcher regeln soll.

Damit habe das Land wieder die Möglichkeit, den Einzelhandel in Gewerbegebieten eigenständig zu regeln – zum Vorteil der Weiterentwicklung des Handels in den Innenstädten, Stadtvierteln, Dörfern und Ortskernen. Nun geht es darum, dass darauf aufbauend das neue Handelsgesetz zeitnah durch den Landtag verabschiedet wird.

"Für Bozen kommt Entscheidung zu spät" 

„Dies wird sich allerdings nicht auf ganz Südtirol positiv auswirken, denn für Bozen kommt diese Entscheidung zu spät. In der Landeshauptstadt sind bereits durch Fehlentscheidungen ehemaliger Stadtverwalter mehre Großprojekte im Handel durchgeboxt und in die Wege geleitet worden, die weitreichende Auswirkungen nicht nur auf die Stadt, sondern auch auf das gesamte Einzugsgebiet haben werden“, unterstrich Amort.

Diese Flächenexplosion und Konzentration im Handel werde sich nicht nur auf ganz Bozen, sondern auch auf die umliegenden Gemeinden negativ auswirken. 

Amort bedauerte auch, dass die autonome Regelung der Sonn- und Feiertagsöffnungszeiten im letzten genehmigten Text der Durchführungsbestimmung nicht mehr enthalten war. „Es wäre eine einmalige Gelegenheit gewesen, auch den Bereich der Geschäftsöffnungszeiten autonom regeln zu können“, so der hds-Präsident. 

„Nun gilt es diese neue Autonomie in der Handelsgesetzgebung zu nutzen und diese als Planungs- und Steuerungsinstrument einzusetzen, um derartige Auswüchse wie in Bozen auch in anderen Gemeinden und Teilen des Landes zu vermeiden“, so hds-Präsident Walter Amort abschließend.

stol

stol