Die Caritas blickte am Mittwoch auf das Jahr 2021 zurück: „Das Jahr begann ähnlich wie das Jahr davor mit einem harten Lockdown, Ausgangssperren und weitgehendem Erliegen des öffentlichen Lebens. Die Touristen blieben aus, viele Menschen verloren ihre Arbeit oder wurden in Kurzarbeit geschickt. Die sozialen Folgen waren in vielen Diensten der Caritas spürbar“, sagte Caritas-Direktor Franz Kripp.<BR /><BR /><BR /><b>Teures Leben</b><BR /><BR />Zwar hätten sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt im Laufe des Jahres gut erholt, doch nicht alle hätten davon gleichermaßen profitiert: „Schon bald hat sich der Anstieg der Inflation abgezeichnet, vor allem Strom, Gas und andere Brennstoffe sind bereits 2021 teurer geworden“, so Kripp. Dies habe sich in den beiden Caritas-Diensten Schuldnerberatung und Sozialberatung deutlich bemerkbar gemacht. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="737705_image" /></div> <BR /><BR /><i>Bevor Sie weiterlesen, stimmen Sie ab:</i><BR /><BR /> <div class="embed-box"><div data-pinpoll-id="202628" data-mode="poll"></div></div> <BR /><BR /><BR /><BR />„Besonders die Anfragen um finanzielle Unterstützung sind bei uns angestiegen. Insgesamt haben wir (Schuldner- und Sozialberatung) über 230.000 Euro an finanzieller Unterstützung besonders für Miete, Strom oder Gesundheitsausgaben ausbezahlt. Viele haben entweder ihre Arbeit verloren oder sind mit ihrem geringen Einkommen nicht mehr über die Runden gekommen“, sagte Mariano Buccella von der Caritas-Sozialberatung in Bozen. „Auffallend ist, dass sich bei uns in der Sozialberatung wesentlich mehr Menschen aus ländlichen Gebieten gemeldet haben als in den ganzen 30 Jahren unseres Bestehens davor.“<BR /><BR /><BR /><b>Kein Platz zum Wohnen</b><BR /><BR />Ein Brennpunkt ist und bleibt das Thema „Wohnen“. „Der dringende Bedarf nach leistbaren und geeigneten Unterkünften zeigt sich beinahe in allen unseren Diensten“, sagt Bereichsleiter Danilo Tucconi. <BR /><BR /><BR />„Besonders hart trifft es Menschen in verletzlichen Lebenslagen, beispielsweise Menschen mit Suchtproblemen, Menschen ohne Arbeit, alleinerziehende und ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen oder Migrationshintergrund. Dabei zählt das Recht auf eine Unterkunft zu den Menschenrechten. Fehlt eine geeignete Unterkunft, sind auch viele andere Menschenrechte bedroht, beispielsweise das Recht auf Gesundheit und Leben, das Recht auf Teilhabe und das Recht auf Familie“, sagt Tucconi. <BR /><BR /><BR />Die Caritas selbst führt 11 Einrichtungen, in denen pro Jahr knapp 600 Menschen beherbergt werden. Überdies hat sie 2021 rund 1.000 Personen – viele von ihnen ohne Obdach - in ihren Essensausgabestellen in Bozen und Brixen mit warmen Mahlzeiten versorgt. Außerdem hat die Caritas im Winter 2021 erstmals Kälte-Notfallzentren in Bozen und in Meran eingerichtet und geführt, und es wurden weitere Wohneinheiten für das HousingFirst-Modell (Zuerst das Wohnen, dann der Rest) zur Verfügung gestellt. <BR /><BR /><BR /><b>Wenn die Seele leidet</b><BR /><BR />Das 2. Jahr der Pandemie hat den Menschen auch psychisch wieder viel abverlangt: Einsamkeit, Unsicherheit, Ängste und Konflikte waren die Hauptthemen in den Caritas-Diensten, die sich der seelischen Sorgen und Nöte annehmen, wie Caritas Telefonseelsorge, Psychosoziale Beratung, Tagesclub, Männerberatung und Hospizbewegung. Letztere hat insgesamt mehr als 900 Trauerbegleitungen durchgeführt (Trauergruppen inklusive), fast doppelt so viel wie 2020. <BR />