Montag, 28. September 2015

Innsbrucks Angestellte sind gegen Nacht- und Sonntagsshopping

Die Diskussion über Feiertagsöffnungszeiten im Handel wird nicht nur hierzulande geführt. In Österreich hat der Gewerkschaftsbund nun betroffene Handelsangestellte abstimmen lassen. Zwei Drittel sprachen sich dabei gegen das Arbeiten bis 23 Uhr aus.

Nicht am Sonntag und Feierabend arbeiten, wollen die Handelsangestellten in Innsbruck.
Nicht am Sonntag und Feierabend arbeiten, wollen die Handelsangestellten in Innsbruck. - Foto: © APA/AP

Vier Tage lang befragte die Gewerkschaft die Innsbrucker Handelsangestellten zur „Shopping Night“.

„Von den rund 3.000 Betroffenen beteiligten sich 1.850 an unserer Umfrage, das entspricht 61,66 Prozent. Damit können wir definitiv von einem repräsentativen Ergebnis ausgehen“, sagte Harald Schweighofer, Regionalgeschäftsführer der GPA-djp Tirol.

Auf die Frage „Wollen Sie persönlich bei der Innsbrucker Shopping Night bis 23 Uhr arbeiten“ antworteten 68,1 Prozent mit Nein. Dies gab der Vorsitzende des ÖGB Tirol, Otto Leist (SPÖ), am Montag bei einer Pressekonferenz bekannt.

Dies sei ein fulminantes Ergebnis, meinte Leist. Über 90 Prozent der Befragten hätten auch gegen eine Sonntagsöffnung gestimmt.

Das Ziel der Gewerkschaft, österreichweit Verbesserungen zur „Eventregelung“ zu erreichen, sei nun von den Beschäftigten bestätigt worden. „Daher werden wir das schon diesen Herbst an die zuständigen Verhandler des Kollektivvertrages weitergeben“, kündigte Leist an. In der Zwischenzeit werde man das Gespräch mit der Wirtschaftskammer suchen und überlegen, wie man auf einen gemeinsamen Nenner kommen kann.

Der Tiroler Wirtschaftskammer Präsident Jürgen Bodenseer (ÖVP) sah das Abstimmungsergebnis naturgemäß etwas kritischer. „Wenn ich die Leute frage, ob sie mehr verdienen wollen, wird no na jeder 'Ja' sagen“, kommentierte Bodenseer die Vorgangsweise der Gewerkschaft. Die Sonntagsfrage sei eine Suggestivfrage, fügte der WK-Präsident hinzu, denn für die Wirtschaftskammer sei der Sonntag überhaupt kein Thema.

„Wir haben im Land ganz andere Probleme, als das abendliche und gut funktionierende Shopping-Event. Mit der einzementierten und antiquierten Geisteshaltung, wie sie der ÖGB zur Schau stellt, werden wir diese Herausforderungen nicht meistern“, sagte Bodenseer.

apa

stol