Montag, 20. März 2017

IT-Messe CeBIT in Hannover eröffnet

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Technologiemesse CeBIT mit dem eindringlichen Appell eröffnet, vom digitalen Wandel verunsicherte Menschen nicht zu missachten.

Angela Merkel und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe bei der Eröffnung der CeBIT in Hannover.
Angela Merkel und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe bei der Eröffnung der CeBIT in Hannover. - Foto: © APA/AFP

Es gehe um „Millionen von Menschen, die zum Teil noch nicht wissen, was sie erwartet“, sagte Merkel am Sonntagabend auf dem Messegelände von Hannover.

Sie in das neue Zeitalter der Digitalisierung mitzunehmen werde die Politik aber nicht allein schaffen, sagte sie an die Adresse der Industrie. Man müsse unter anderem das Bildungssystem anpassen und zum lebenslangen Lernen kommen.

Gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten des diesjährigen Partnerlandes Japan, Shinzo Abe, will Merkel sich am Montag auf einem traditionellen Messerundgang die diesjährigen Trends anschauen.

Europa sei oft langsam bei der Digitalisierung, räumte Merkel ein. „28 Mitgliedstaaten müssen sich natürlich einbringen“, erklärte sie. „Aber wir spüren, dass auf der Welt das Tempo hoch ist und mit Japan haben wir einen Freund, der sich dieses hohe Tempo zu Nutzen macht.“

EU/Japan-Freihandelsabkommen

Sowohl Merkel als auch Abe sprachen sich für einen raschen Abschluss eines EU/Japan-Freihandelsabkommens aus. Ohne die neue US-Regierung von Donald Trump namentlich zu erwähnen, setzten sich beide von protektionistischen Tendenzen ab.

„In Zeiten, wo wir über freien Handel, offene Grenzen, demokratische Werte mit vielen streiten müssen, ist es ein gutes Zeichen, dass Japan und Deutschland darüber nicht streiten, sondern zum Wohle der Menschen die Zukunft gestalten“, betonte Merkel.

Die CeBIT will heuer neue Technologien wie Roboter, künstliche Intelligenz oder Drohnen in konkreten Anwendungsbeispielen präsentieren. Zu der fünftägigen Veranstaltung mit mehr als 3.000 Ausstellern aus 70 Ländern werden ab Montag rund 200.000 Besucher erwartet. Allein aus Japan sind rund 120 Aussteller in Hannover vertreten.

apa/dpa/reuters

stol