<BR />Die Urteile der Ratingagenturen haben nicht unerhebliche Auswirkungen auf den Markt: Senken sie den Daumen, fließt eher Geld ab, heben sie ihn, sind Kapitalzuflüsse wahrscheinlich. Große Investoren richten ihre Entscheidungen auch danach aus, wie Ratingagenturen die Risiken in den jeweiligen Ländern einstufen. <h3> Die Ruhe vor dem Sturm?</h3>Die US-Agentur Moody's schreibt in ihrem aktuellen Bericht, dass Italien Gefahr laufe, den so genannten „Investment Grade“-Status zu verlieren. Zur Erklärung: Unter dem Begriff „Investment Grade“ werden Anleihen mit guter bis sehr guter Bonität zusammengefasst. Er beschreibt somit alle Anleihen, die mindestens ein „Baa“-Rating aufweisen. Kurzum: Italienische Staatsanleihen könnten demnächst auf das Niveau von Ramschanleihen herabgestuft werden – so zumindest die Einschätzung von Moody's. <BR /><BR />Direkt nach Erscheinen des Berichts kletterte der Risikoaufschlag (Spread), also gewissermaßen die Fieberkurve des italienischen Zinsthermometers, auf 189 Punkte. Verglichen mit dem Rekordwert von 2011, als er 574 Punkte erreichte, ist das nicht weiter dramatisch. Würde Moody's jedoch eine Herabstufung beschließen, würde dies wohl direkt zu einem drastischen Anstieg beim Spread beitragen. <h3> „Schleppendes Wachstum, hohe Refinanzierungskosten“</h3>Die Frage ist, warum sich die Ratingagentur aktuell in erhöhter Alarmbereitschaft befindet? „Italien ist heute das einzige souveräne Land mit einem Baa3-Rating und negativem Ausblick“, erklären die Analysten von Moody's. „Ein schleppendes Wachstum und höhere Refinanzierungskosten könnten Italiens Haushaltslage weiter verschlechtern“, heißt es in der Erklärung. Mitte Mai solle die Rating-Entscheidung fallen. <BR />