Freitag, 10. Juni 2016

Italienischer Briefporto-Wucher

Die italienische Post hat das teuerste Briefporto Europas, betont die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) in einer Aussendung und sei demnach um rund 350 Prozent teurer als der europäische Durchschnitt.

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Der Preis für einen Standard-Inlandsbrief liegt in Italien bei 2,80 Euro und liegt damit 350 Prozent über dem europäischen Durchschnitt von 0,80 Euro, so die VZS.

Das belege der heurige Briefpreisvergleich der Deutschen Post, die jährlich die Kosten der vergleichbaren Standardbriefe in Europa erhebt.

Für einen noch aussagekräftigeren Vergleich hat die Deutsche Post das normale Ergebnis um Arbeitskosten und Kaufkraftparität bereinigt. Und dieses Ergebnis ist noch verheerender: Der Briefpreis steigt sogar auf 2,90 Euro. In der Zeit von 2006-2015 ist - inflationsbereinigt - der Briefpreis in Italien um 291% gestiegen.

"Monopol-Stellung zu Lasten der Kunden" 

„Die Verantwortlichen in Politik, Aufsichtsbehörde, Staatsverwaltung und im Postbetrieb sollten sich die interessante Studie mal übersetzen lassen und genauer anschauen“ meint dazu der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol, Walther Andreaus.

„Es wird darin nämlich deutlich, wie Poste Italiane ihre Monopol-Stellung zu Lasten der Kunden ausnutzt. Und wie sich die jahrzehntelange Vernachlässigung der Qualität rächt.“

Poste Italiane in der Kritik 

In den letzten Jahren hat die VZS wiederholt festgestellt, dass Poste Italiane ihre selbst vorgegebenen Ziele nicht erreicht, und offensichtlich große Anstrengungen unternehmen muss, um Qualitätsstandards zu sichern und ihren Service zu verbessern.

Doch die Wirklichkeit ist eine andere. Anstatt dass „die Post abginge“ und den Tariferhöhungen endlich ein dauerhaft funktionierender Service gegenüberstünde, wird an einer  Postzustellung an „alternierenden Tagen“ für den Großteil der Bevölkerung Italiens und auch Südtirols gebastelt.

Die VZS ist diesbezüglich der Meinung, dass dies gegen EU-Recht verstößt und der Pflicht zur Einhaltung der Grundversorgung widerspricht. Doch die EU schreite hier nicht ein, "wahrscheinlich wartet sie darauf, dass es effektiv zum Verstoß kommt, was wohl 2017 passieren wird", so die VZS. 

Postdienst auf der Intensivstation 

Diese Zeit sollte allerdings das Land laut VZS nutzen, um in Südtirol einen effizienten Postdienst zu gewährleisten. "Hier muss endlich der Vorwärtsgang eingelegt werden", so die VZS. 

Der letzte Poststreik habe nämlich erneut zu Tage gefördert, dass der Postdienst in Südtirol in furchterregender Weise auf der Intensivstation liegt.

stol

stol