Mittwoch, 01. Juli 2015

IWF bestätigt: Athen hat fällige Zahlung nicht überwiesen

Griechenland ist seiner 1,5 Milliarden Euro schweren Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Internationalen Währungsfonds nicht nachgekommen. Das bestätigte der Fonds am Dienstagabend.

Foto: © shutterstock

Griechenland ist damit der erste entwickelte Staat, der beim IWF Rückstände hat. Damit gilt Hellas als zahlungsunfähig.

„Wir haben unseren Exekutivrat darüber informiert, dass Griechenland jetzt im Zahlungsrückstand ist und nur dann eine IWF-Finanzierung erhalten kann, wenn dieser Rückstand beseitigt ist“, sagte IWF-Sprecher Gerry Rice. Der IWF bestätigte zudem, dass Griechenland noch in letzter Minute gebeten habe, die Zahlung erst später leisten zu müssen. Darüber werde der IWF zu gegebener Zeit beraten, ergänzte der Sprecher.

Aus IWF-Kreisen verlautete, dass der die 188 Mitgliedstaaten repräsentierende Exekutivrat zu Beratungen über den Antrag zusammengekommen sei. Eine Entscheidung gab es zunächst nicht. In der offiziellen Erklärung des Währungsfonds hieß es lediglich, dass der Antrag eingegangen und „zu gegebener Zeit“ vom Exekutivrat behandelt werde.

IWF-Chefin Christine Lagarde hatte in den vergangenen Wochen eine Fristverlängerung für Athen klar ausgeschlossen. Allerdings würde eine Klausel in der Charta des Währungsfonds theoretisch die Verschiebung der Rückzahlung um bis zu fünf Jahre erlauben. In der Geschichte des IWF geschah dies aber erst zwei Mal: Nicaragua und Guyana bekamen beide im Jahr 1982 eine Gnadenfrist gewährt.

Neben Griechenland sind derzeit Somalia, Sudan und Simbabwe beim Währungsfonds im Zahlungsrückstand. Wenn Athen die fällige Rate weiter nicht begleicht, entscheidet der Exekutivrat über eine offizielle Beschwerde. Sollte Griechenland nach 15 Monaten immer noch nicht gezahlt haben, könnte der Währungsfonds eine Verweigerung der Zusammenarbeit feststellen. Dies hätte schrittweise Sanktionen zur Folge, die vom Ende der technischen Unterstützung durch IWF-Experten über die Aussetzung der griechischen Stimmrechte bis zum Verlust der Mitgliedschaft reichen.

apa/reuters/afp

stol