Mittwoch, 01. Juli 2015

Keine Streiks mehr: Lösung im deutschen Bahn-Tarifstreit

Es war eine schwierige Geburt. Am Ende der Schlichtung fühlen sich Deutsche Bahn und Lokführergewerkschaft als Gewinner. Damit sind Streiks bei der Bahn bis Herbst 2016 ausgeschlossen.

Nach einem Jahr wurde der Bahnstreik in Deutschland beigelegt.
Nach einem Jahr wurde der Bahnstreik in Deutschland beigelegt.

Nach einem Jahr Streit haben der Konzern und die Lokführergewerkschaft GDL einen Tarifkompromiss erzielt.

Dieses Ergebnis verkündeten die beiden Schlichter, der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Brandenburgs früherer Regierungschef Matthias Platzeck (SPD), am Mittwoch in Berlin. Die GDL hatte in dem jetzt gelösten Konflikt neunmal zum Streik aufgerufen. Millionen Bahnkunden waren betroffen.

Wie zuvor die reguläre Tarifrunde drohte auch die Schlichtung bei der Bahn zu scheitern. „Wir haben zwischendurch auch mal einen Abbruch gehabt, und gesagt, es geht so nicht mehr, dann lassen wir's eben – aber es ging eben doch immer weiter.“ Matthias Platzeck, der ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg, plauderte am Mittwoch gelöst über intensive, teils hart geführte Gespräche zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn.

Selbstbewusst trat sein Mitstreiter Bodo Ramelow ans Podium: „Bei Tarifverhandlungen halte ich mich für einen Profi“, sagte der Ex-Gewerkschafter, der heute Regierungschef in Thüringen ist. „Aber das, was ich hier erlebt habe, übersteigt doch alles, was ich bisher erlebt habe.“

Er meinte die Komplexität der Materie, aber auch die Härte der Auseinandersetzung.

Am Ende waren 75 Stunden Gespräche in fünf Wochen nötig, bis ein Kompromiss herauskam. Diesen hätte allerdings mancher nach einem Jahr Tarifzank so umfassend und endgültig am Mittwoch noch nicht erwartet.

Für Bahnkunden sind die Monate des gespannten Bangens vor dem nächsten Streik vorbei – mindestens bis Herbst nächsten Jahres.

dpa

stol