Mittwoch, 24. Januar 2018

Klimahouse feierlich eröffnet

Der Bausektor sieht sich mit vielen Herausforderungen konfrontiert, darunter die Definition neuer Strategien für die Zukunft. Die anhaltende Talfahrt des italienischen Bausektors ist eingebremst und lässt berechtigte Hoffnung auf eine Überwindung der Krise zu. Mit dem Ziel, dem Markt neue Impulse zu geben, treffen sich internationale Experten und Branchenfachleute beim jährlichen Kongress im Rahmen von Klimahouse, der Fachmesse für energieeffizientes Sanieren und Bauen, die vom 24. bis 27. Januar in der Messe Bozen stattfindet. Unter den klingenden Namen findet sich auch Snohetta.

Foto: Marco Parisi
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Foto: Marco Parisi

Alle Zeichen stehen auf Wachstum, und Kommentatoren und Analysten sind sich einig: in den nächsten Jahren wird der Sanierung von Bestandsgebäuden größere Bedeutung zukommen. Aber wo kann ein Land ansetzten, um nicht nur seinen Verpflichtungen im Bereich Energieeffizienz gegenüber Europa nachzukommen, sondern auch konkrete Antworten auf die Frage nach mehr Sicherheit für seine bestehenden Gebäude zu geben? Und wie modern ist Nachhaltigkeit?

Der internationale Kongress, der von der Messe Bozen in Zusammenarbeit mit der KlimaHaus Agentur organisiert wird, gliedert sich in zwei Teile, die jeweils am 25. und 26. Januar stattfinden, und sieht sich als Beitrag zur größeren Debatte rund um eine Neupositionierung des gesamten Bausektors: von der technologischen Entwicklung über das Wohlbefinden bis hin zur Sicherheit jener, die in den Gebäuden leben und arbeiten. 

Der Tagungsvormittag am Donnerstag, 25. Januar läuft unter dem Titel „Verantwortungsvolles Bauen“ und beginnt mit einem Vortrag von einem der bekanntesten italienischen Experten zum Thema Erdbebensicherheit: Gian Michele Calvi. Er hat auf der ganzen Welt gearbeitet bzw. gelehrt und seine Erfahrungen aus den verschieden weltweiten Erdbebenzonen sind in seine Arbeit geflossen. Der zweite Referent, Konrad Bergmeister, ehemaliger Präsident der KlimaHaus Agentur, wir auch das Thema sichere Gebäude aufgreifen und den Bogen zu Infrastrukturen schlagen.

Ein konkretes Sanierungsprojekt, das international für Aufsehen gesorgt hat, wird nach der Pause von seinem Autor, Paolo Rocchi, vorgestellt: die erdbebensichere Sanierung des Palazzo delle Esposizioni in Rom.

Zum Abschluss des ersten Kongresstages kommt der „architetto dell’anno 2016“, der Architekt des Jahres 2016 in Italien, der Südtiroler Werner Tscholl, zu Wort. Mit ihm wird der Gedanke der Verantwortung anhand verschiedener realisierter Projekte auf die Bereiche der Ästhetik und der Energieeffizienz ausgeweitet. Ein innovatives Projekt Tscholls wurde im September 2017 auch mit einem KlimaHaus Award ausgezeichnet. 

Der zweite Tagungsteil mit dem Titel „High und Low Tech“, welcher am Freitag, 26. Januar stattfindet, wird vom amerikanischen Planer Eric Höweler eröffnet, der dem Publikum als ausgewiesener Experte von „smart facades“ einen Blick weit in die Zukunft eröffnet und die beeindruckenden Fortschritte durch Technologie im Gebäudesektor anspricht.

Das weltbekannte norwegisch/US-amerikanische Architekturbüro Snohetta unter anderem Sieger des World Architecture News Awards 2015 in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ und des internationalen Wettbewerbs zur Wiederbelebung des Bozner Virglhügels. Der Leiter des Innsbrucker Büros und Verantwortliche für dieses Projekt, Patrick Lüth, wird bei der Vorstellung verschiedener Stadterneuerungsprojekte von Snohetta einen besonderen Fokus auf dieses lokale Projekt legen.

Nach der Pause werden mögliche Grenzen des forcierten Technologieeinsatzes aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht. Dominque Gauzin Müller hat ein europaweites Netzwerk von Planern, Forschern und Technikern aufgebaut, das den maßvollen Einsatz von High-Tech in Verbindung mit naturnahem Bauweisen und Materialen pflegt. Sie wird ihre weithin wirkenden Überlegungen in einem Vortrag mit dem Titel „Nachhaltigkeit zwischen Low Tech und High Tech“ widergeben.

Abgeschlossen wird die Tagung mit einem Vortrag von Dietmar Eberle, der den Sprung von der Theorie in die Praxis wagen wird und zwischen philosophischen Aspekten und konkreten Bauprojekten die eine oder andere althergebrachte Überzeugung in Frage stellen wird.

stol

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