Ab 20 Uhr war der Landesrat online präsent, daraufhin nahm die Zahl der Zuschauer im virtuellen Konferenzraum schnell zu. Während Schuler seine Zukunftsüberlegungen vorstellte, konnten die Teilnehmer bereits schriftlich Fragen stellen und Überlegungen einbringen, die Moderator Guido Steinegger dem Landesrat anschließend vorbrachte.<BR />Dabei kristallisierte sich das Thema „authentische Südtiroler Produkte“ als eine wesentliche Zukunftsfrage für die Milchwirtschaft heraus.<BR /><BR /> Nur in diese Richtung gebe es Potenzial, sich zu noch stärker zu etablieren, sagte Schuler: „Wir müssen ein Bild der Südtiroler Milchprodukte schaffen, in dem wir das Umfeld der Produktion stärker in den Vordergrund stellen.“ Die maximale Menge an Grundproduktion sei nämlich, laut Landesrat Schuler, erreicht. Ziel sei es nun, nicht die Produktion noch weiter zu steigern, sondern die Authentizität in den Vordergrund zu stellen und sich dadurch zu etablieren. „Südtiroler Milchprodukte müssen zu 100 Prozent Südtirol repräsentieren. Das Bild der Südtiroler Kuh auf der Alm muss sich auch in den Produkten widerspiegeln“, so Schuler.<BR /><BR />Landesrat Schuler gibt dabei zu bedenken: „Die Gesellschaft verlangt zunehmend ein Mitspracherecht in der landwirtschaftlichen Produktion. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, dass wir auf ein Konzept setzen, welches dem Konsumenten nicht nur die Qualität, sondern auch die Herkunft und eine starke Identifikation mit dem Produkt mitverkauft.“ Auch die Teilnehmenden am Webinar sahen dies so, denn in einer Online-Direktbefragung gaben 61 Prozent der teilnehmenden Bäuerinnen und Bauern an, dass das Klima und die Konsumenten künftig den größten Einfluss auf die Milchwirtschaft haben werden.<BR /><BR />Das Webinar mit den Milchbauern war das zweite einer vierteiligen Reihe, die mit dem Sektor Obstbau gestartet ist und in der an den kommenden 2 Donnerstagen jeweils um 20 Uhr die Sektoren Nebenerwerb und Nischenkulturen (30. Juli) sowie Weinbau (6. August) folgen. „Die Bäuerinnen und Bauern sind meine ersten Ansprechpartner“, sagt Schuler: „Ich will zuerst mit ihnen über die Ist-Situation sprechen und ihre Anregungen in mein Konzept 'Landwirtschaft 2030' einbauen. Dazu haben wir entschieden ein neues Format zu benützen, die Webinare haben sich soweit als erfolgreiches Modell erwiesen. Nach Abschluss unserer bäuerlichen Diskussionsrunde werden wir dann das darauf aufbauende überarbeitete Konzept der gesamten Bevölkerung vorstellen.“<BR />