Freitag, 04. März 2016

„Lieber Voucher als Schwarzarbeit“

In Südtirol ist die Entlohnung für gelegentliche Arbeitsleistungen mittels sogenannten Dienstleistungsschecks sprich Voucher sehr beliebt. Auch im Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister (lvh) sieht man die „Voucherisierung“ nicht als Problem, im Gegenteil: „Ein legales Arbeitsverhältnis ist eindeutig der Schwarzarbeit vorzuziehen“, betont Martin Haller, Vizepräsident im lvh.

lvh-Vizepräsident Martin Haller. - Foto: lvh
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lvh-Vizepräsident Martin Haller. - Foto: lvh

Besonders für junge Menschen stellen die Voucher ein einfaches und praktisches Instrument dar, für gelegentliche Arbeitsleistungen entlohnt zu werden. Eindeutig nachvollziehbar ist diese Tatsache für lvh-Vizepräsident Martin Haller: „In einem Land mit 39,3 Prozent Jugendarbeitslosigkeit sind gerade Gelegenheitsjobs eine gute Möglichkeit, Geld zu verdienen, vor allem aber auch in Kontakt mit potentiellen Arbeitgebern zu kommen.“

Die Zunahme der Voucher-Nutzung zeige nur, dass die Arbeit legal und korrekt ausgeführt werde.

„In Italien ist die Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft ein großes Problem. Rund 900.000 Unternehmen, sprich zwei Drittel des gesamten italienischen Handwerks, leiden unter der illegalen Schwarzwirtschaft. Durch die Voucher kann ein Teil davon nachweislich ausgebremst werden“, so Haller.

Die Eingrenzung der Schwarzarbeit und die Ankurbelung des Beschäftigungsmarktes waren auch die Hauptziele der Voucher-Einführung im Jahr 2008. „

Es stimmt, dass in Italien viele sinnlose Gesetze erlassen werden, in diesem Fall sollten wir aber die positiven Aspekte und Auswirkungen hervorheben. Fälle der Ausreizung wird es auch hier geben, aber deshalb sollte man nicht das ganze System in Frage stellen“, so Haller.

stol

stol