Donnerstag, 26. Januar 2017

lvh: Landesvergabegesetz als Wachstumsinstrument nutzen

Seit das Südtiroler Vergabegesetzes am 6. Januar vergangenen Jahres in Kraft getreten ist, haben sich laut dem Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister (lvh) für zahlreiche Unternehmen neue Auftragschancen ergeben. Ein Jahr danach zieht der lvh am Donnerstag Bilanz.

„Die öffentliche Hand ist ein bedeutender Auftraggeber für Südtirols Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe".
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„Die öffentliche Hand ist ein bedeutender Auftraggeber für Südtirols Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe".

Die eigenständige Vergaberegelung für öffentliche Aufträge biete für die heimische Wirtschaft wichtige Wachstumsimpulse.

Betriebe können sich vermehrt an Wettbewerben beteiligen

„Die öffentliche Hand ist ein bedeutender Auftraggeber für Südtirols Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Dank entsprechender Vereinfachungen und Kriterienanpassungen können sich Betriebe vermehrt an den Wettbewerben beteiligen“, erklärt der Präsident des Wirtschaftsverbandes Gert Lanz am Donnerstag in einer Aussendung.

Vorteilhaft für die Betriebe seien vor allem die Ausschreibungen in Gewerke und Spezialisierungen für die Bereiche Bau, Dienstleistungen und Lieferungen sowie die klare Unterscheidung zwischen Los, Quantitativem Los und Qualitativen Los, sodass der Inhalt der Einzelaufträge stärker an die Fachsektoren der KMU angepasst werden könne.

Kleinbetriebe profitieren

Auch die Erhöhung der Vergabe durch Verhandlungsverfahren bei Bauleistungen auf 2.000.000 Euro und die Möglichkeit der Ausgliederung von 30 Prozent der Arbeiten kämen den Kleinbetrieben zugute, meint der lvh in seiner Bilanz.

Zusätzlich eingefügt im Zuge der definitiven Genehmigung des Gesetzes sei die Pflicht für Vergabestellen worden, eine Beschreibung der auszuführenden Leistung bei Aufforderung zur Angebotsabgabe für Ausschreibungen von Bau - und damit zusammenhängende Lieferaufträgen bis zu 40.000 Euro zu erstellen.

Nachbesserungen notwendig

Auch diese Neuerung bedeute für die Wirtschaftsteilnehmer eine konkrete Erleichterung hinsichtlich Einreichung eines konkreten Angebots.

„Voraussetzung für die Teilnahme an den Ausschreibungen ist natürlich, dass die öffentlichen Körperschaften den Betrieben die Chance bieten, sich an den Ausschreibungen zu beteiligen und sie zu den Wettbewerben einladen“, betonte Lanz.

Einige Nachbesserungen fordert der lvh dennoch. Die Teilnahme an einer Ausschreibung sei immer noch mit einigen Auflagen verbunden. So stelle die Pflicht zur Einhaltung der ANAC-Vorgaben beispielsweise eine Verschlechterung dar. Nicht ausreichend geschützt seien Subunternehmen bei Konkurs der Hauptauftragnehmer.

stol

stol