„Er hat mehr Stimmen als ich bekommen und mehr sage ich dazu nicht“, ist der knappe Kommentar des abgewählten bisherigen SEV-Präsidenten Hanspeter Fuchs zu seiner überraschenden Abwahl bei der Generalversammlung. Der Verband – zumeist über seinen Geschäftsführer Rudi Rienzner – hatte sich zuletzt mit Kritik an der Energiepolitik der Landesregierung und insbesondere des Landeshauptmannes Arno Kompatscher hervorgetan und unter anderem vehement das politische Bemühen um eine autonome Regulierungsbehörde eingefordert. Das war nicht nur bei der Landesregierung nicht gut angekommen, die den Verband in der Folge regelrecht geschnitten hatte, es war auch nicht von allen Mitgliedern im Verband gutgeheißen worden.<BR /><BR />Die Quittung bekam Fuchs nun präsentiert. Die Gegner der kritischen Linie wollten einen Wechsel an der Spitze und präsentierten mit dem bisherigen Rechnungsprüfer Matthias Obrist einen Gegenkandidaten. <h3> 65 zu 52 Stimmen für Matthias Obrist</h3>Für einen Verbleib von Fuchs an der Verbandsspitze hatte sich dabei wenig überraschend Geschäftsführer Rienzner ausgesprochen. Doch: Bei der Kampfabstimmung zwischen den beiden Lagern und ihren Kandidaten setzte sich Matthias Obrist mit 65 zu 52 Stimmen durch. <BR />Dabei war Hanspeter Fuchs erst vergangene Woche als Vizepräsident des Verbandes der italienischen Biomasse-Fernheizwerke FIPER bestätigt worden. Fuchs, der nur für dieses Amt zur Verfügung stand, hatte bei der Wahl sogar die meisten Stimmen erhalten. „In den vergangenen Jahren mussten sich die Biomasse-Fernheizwerke in Italien und in Südtirol großen Herausforderungen stellen und dazu gehört sicher der Eingriff der staatlichen Regulierungsbehörde ARERA in die Tarifgestaltung. Vor diesem Hintergrund freut mich das Vertrauen, das mir von den FIPER-Mitgliedern entgegengebracht wurde. Dieser Erfolg ist für mich auch ein Auftrag, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und mich bei FIPER noch stärker für die Interessen unserer Fernheizwerke einzusetzen“, sagte Hanspeter Fuchs am Anschluss an diese Wahl.<BR />Zumindest auf Südtiroler Ebene kann Fuchs nun jedoch seine kritische Linie, auch gegenüber der ARERA, nicht mehr weiter führen. <BR />Im Südtiroler Energieverband dürfte ab sofort ein anderer, nämlich regierungsfreundlicher Wind wehen. Den Konfrontationskurs wird der neue Präsident Obrist jedenfalls nicht fortführen. Er habe den klaren Auftrag der Mitglieder, dass nur mit einem Miteinander und nicht mit strikten Forderungen etwas erreicht werden könne. Auch für eine eigene Regulierungsbehörde will sich Obrist nicht mehr einsetzen. Bleibt abzuwarten, ob mit Fuchs auch Geschäftsführer Rienzner gehen muss. <BR />Der Südtiroler Energieverband vertritt aktuell 307 Mitglieder.<BR />