Sonntag, 22. April 2018

Macron fordert von Trump dauerhafte Rücknahme von Strafzöllen

Vor seinem Staatsbesuch in den USA hat der französische Präsident Emmanuel Macron eine dauerhafte Rücknahme der Strafzölle für Stahl und Aluminium aus der EU verlangt. „Man führt keinen Handelskrieg gegen seine Verbündeten“, so Macron in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News. Er hoffe, dass Präsident Donald Trump die Zölle gegen die EU dauerhaft zurücknehme.

Der französische Präsident Emmanuel Macron bereitet sich auch den Staatsbesuch in den USA vor.
Der französische Präsident Emmanuel Macron bereitet sich auch den Staatsbesuch in den USA vor. - Foto: © APA/AFP

Die EU ist von den US-Zöllen zwar vorläufig befreit, doch gilt diese Ausnahmeregelung nur bis zum 1. Mai. Macron warnte Trump davor, sich in zu viele Konflikte zu verstricken: „Wenn man gegen jeden Krieg führt, einen Handelskrieg gegen China, einen Handelskrieg gegen Europa, Krieg in Syrien, Krieg gegen den Iran – komm schon, das funktioniert doch nicht.“

Macron erinnerte Trump: „Wir sind die Verbündeten.“ Er appellierte in dem auf Englisch geführten TV-Interview zudem an Trump, auf den angedrohten Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran zu verzichten. Er kenne keinen Plan B für den Umgang mit Irans Atomambitionen, sagte Macron.

Solange es keine bessere Alternative gebe, müssten auch die USA an dem Abkommen festhalten, um eine Rückkehr des Iran zu seinem Atomprogramm zu verhindern.

Themen des Staatsbesuchs Macrons in den USA 

Macron machte klar, dass er die Sorge der US-Regierung über das iranische Raketenprogramm teilt: „Ich bin nicht zufrieden mit der Situation.“ Durch eine Aufkündigung des Atomabkommens lasse sich das Problem mit Irans Raketen aber auch nicht lösen, argumentierte er.

Macron trifft am Montag zu einem dreitägigen Staatsbesuch in den USA ein. Zentrale Themen dürften die Spannungen mit Russland, die Lage in Syrien nach den gemeinsam von den USA, Frankreich und Großbritannien geführten Luftangriffen sowie das Atom-Abkommen mit dem Iran sein. Am Freitag bekommt Trump dann Besuch von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel.

apa/afp

stol