Sonntag, 19. Juni 2016

Mario Monti und Friede Springer erhalten Weltwirtschaftspreis

Eine Preisverleihung im Zeichen über die Sorge über Europas Zukunft: Schäuble und weitere Redner warnen in Kiel vor nationalistischen Parteien und dem drohenden Brexit. Für sie ist klar: National lassen sich die Probleme dieser Zeit nicht lösen.

Foto: © LaPresse

Die Verlegerin Friede Springer und der ehemalige EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti sind am Sonntag in Kiel mit dem Weltwirtschaftlichen Preis ausgezeichnet worden.

Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Dennis Snower, sagte, es gebe kaum einen überzeugteren Europäer als Mario Monti. Friede Springer habe den Kampf ihres vor mehr als 30 Jahren verstorbenen Mannes für Freiheit in Europa fortgesetzt. „Heute, wo mitten in Europa wieder Stacheldrahtzäune hochgezogen werden und die Welt in Nationalismen zu versinken droht, ist dieser Kampf so aktuell wie damals.“

Snower sagte, globale Herausforderungen wie Terrorismus, Klimawandel oder die Flüchtlingskrise könne kein Land der Welt alleine bewältigen. „In der Flüchtlingskrise wird viel über Bord geworfen, was Europa zu dem gemacht hat, was es heute ist.“

Es bestehe die Gefahr, dass sich die europäische Integration ins Gegenteil verkehre, warnte Snower im Hinblick auf das Erstarken rechter Parteien und die Brexit-Befürworter in Großbritannien. „Diese Entwicklung ist gefährlich – ökonomisch, gesellschaftlich und ökologisch.“

Das IfW, Kiel und die IHK Schleswig-Holstein würdigen mit dem Preis Menschen, die als Vordenker einer weltoffenen, marktwirtschaftlichen und sozialen Gesellschaft Herausragendes geleistet haben.

In diesem Jahr wurde die undotierte Auszeichnung 2016 nur zweimal überreicht. Der in der Kategorie Wissenschaft nominierte Ökonom und Nobelpreisträger Oliver Williamson konnte aus persönlichen Gründen nicht kommen. Daher wird dieser Preis nicht verliehen.

dpa

stol