Donnerstag, 17. März 2022

Materialmangel und Preis-Schock: Bauwirtschaft fürchtet um Projekte

Massive Preissteigerungen, Rohstoffmangel: Das Kollegium der Bauunternehmer sieht die Gefahr, dass wichtige Infrastrukturprojekte für Olympia und auch solche im Zusammenhang mit dem Aufbaufonds PNRR bedroht sein könnten – und damit auch deren umfassende Finanzierungsmöglichkeiten.

Rohstoffengpässe, Preissteigerungen und eine schwierig gewordene Lage: Die Südtiroler Bauwirtschaft schlägt Alarm. - Foto: © shutterstock

„Die Bauwirtschaft hat bereits in den vergangenen Monaten viel von den Preissteigerungen aufgefangen und versucht, die Auswirkungen auf die Auftraggeber so gering wie möglich zu halten, mehr ist allerdings nicht mehr tragbar. Ansonsten müssen Unternehmen schließen und Mitarbeiter entlassen, da kostendeckendes Arbeiten nicht mehr
möglich ist“, schreibt das Baukollegium in einem offenen Brief.

Die Bauunternehmer machen 3 konkrete Vorschläge, wie sich die Situation verbessern ließe. Es müsste bei Ausschreibungen möglich sein, die Preise auch nachträglich anzupassen. Die geltenden Anpassungsmaßnahmen über das Ministerium seien zu langsam. Die Systeme der Preisgleitung in Österreich, Frankreich oder Spanien seien mögliche Vorbilder.

Zudem müssen laut Baukollegium Termine und Pönalen für öffentliche Aufträge ausgesetzt werden. Oft sei es nämlich nicht möglich, Termine einzuhalten, wenn die Materialien nicht geliefert werden.

Auch Vertragsauflösungen oder Aufschiebungen sollen möglich werden, fordert das Baukollegium. Betriebe müssten die Möglichkeit erhalten, sich ohne Strafzahlungen aus schwierigen Situationen zu befreien, wenn sie wegen des Materialmangels nicht liefern oder arbeiten könnten.

„Diese Maßnahmen zielen darauf ab, dass die Unternehmen am Markt bestehen bleiben können und die damit verbundenen Arbeitsplätze gesichert werden können“, heißt es in dem offenen Brief.

stol

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden