Mittwoch, 01. April 2015

Milchquoten-Ende – Italien will nationale Produktion fördern

Nach dem Ende der EU-Milchquoten will Italien verstärkt die nationale Milchproduktion fördern.

Foto: © D

Die Regierung in Rom plant ein Maßnahmenpaket zur Förderung einer höheren Qualität in der Milchproduktion und zur Unterstützung der Viehzüchter, teilte Italiens Landwirtschaftsministerium mit.

108 Millionen in drei Jahren sollen zur Förderung der italienischen Milchproduktion investiert werden. Geplant ist die Einführung der Marke „100-prozentig italienische Milch“, dank dem Konsumenten italienische Milch von importierten Produkten erkennen können.

Außerdem sollen Viehzüchter unterstützt werden, die im Konkurrenzkampf gegen europäische Milchproduzenten arg unter Druck geraten sind.

Im letzten Jahr sei der Preis, den Milchbauern für einen Liter Milch bezahlt bekommen, um 20 Prozent auf 0,35 Cent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Mit diesen niedrigen Preisen könne man nicht einmal die Kosten für die Kuh-Fütterung decken.

Konsumenten zahlen dagegen für einen Liter Milch hoher Qualität durchschnittlich 1,5 Euro pro Liter, klagte der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti.

Seit Beginn der Krise seien 32.000 Jobs in der Milchproduktion verloren gegangen. In den letzten sechs Jahren seien 9.000 Kuhställe in Italien geschlossen worden. Mit weiteren Jobverlusten sei in diesem Jahr zu rechnen.

Dafür wachse der Import von Milch aus dem Ausland, klagte der Agrarverband. Italien importiere 40 Prozent der Milch und des Käses, den die Verbraucher konsumieren.

apa

stol