Dienstag, 07. Juli 2015

Nach Referendum: Bleiben jetzt die Urlauber weg?

Die Reisesaison läuft auf Hochtouren – auch in Griechenland. Doch nach dem Referendum könnte auch der Tourismus leiden, befürchten Hoteliers und Restaurantbesitzer in dem Land.

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Die Angst geht um bei Hoteliers und Restaurantbesitzern in Griechenland. Sie fürchten, dass nach dem Nein zu den Sparvorgaben der Gläubiger jetzt die Urlauber wegbleiben.

Einige Touristen sind bereits vor Sonntag abgereist

„Der Schaden ist bereits entstanden“, sagt Christos Pilatakis Hoteldirektor auf Rhodos. Bereits nach der Ankündigung des Referendums seien vor allem Individualurlauber abgereist. Pauschalreisende seien bisher geblieben. Allerdings gebe es Stornierungen für die nächsten Monate.

Tourismus als Lichtblick

Für die angeschlagene griechische Wirtschaft ist der Tourismus ein Lichtblick. Er trägt mehr als 16 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. Im vergangenen Jahr reisten 22 Millionen Sonnenhungrige aus aller Welt nach Hellas – ein Rekord.

Ein weiteres Rekordjahr scheint angesichts des Dauerdramas zwar wenig wahrscheinlich. Mit einem drastischen Rückgang der Urlauberzahlen rechnet Branchenexperte Ulf Sonntag vom Institut für Tourismus und Bäderforschung vorerst aber nicht. „Die Sommersaison ist schon weitgehend gebucht und auch für die Herbstsaison haben viele die Reise schon festgemacht“.

Pauschalreise können nicht kostenlos storniert werden

Pauschalreisen nach Griechenland lassen sich allein wegen der aktuellen politischen Diskussion ohnehin nicht kostenlos stornieren. Das dürfte so manchen Touristen von einer Änderung seiner Pläne abhalten.

„Das Reiseverhalten ändert sich meist dann entscheidend, wenn das Urlaubserlebnis massiv beeinträchtigt wird, beispielsweise durch einen Generalstreik oder Naturkatastrophen“, sagt Sonntag. „Derzeit sehe ich keinen Grund für Stornierungen.“

Möglicherweise verzichtet der ein oder andere Sonnenhungrige, der auf eigene Faust unterwegs ist, auf den geplanten Griechenland-Trip. In der Summe dürfte das Sonntag zufolge aber keine allzu große Rolle spielen. Pauschalurlaube machen mit 67 Prozent den größten Teil der Reisen nach Hellas aus.

dpa

stol