Mittwoch, 22. März 2017

Neuer Leitfaden: Düngung im Grünland ist notwendig

Besser als sein Ruf und für die Grünlandwirtschaft unverzichtbar: So haben der Südtiroler Bauernbund und der Beratungsring für Berglandwirtschaft BRING den Wirtschaftsdünger auf einer Pressekonferenz am Mittwoch beschrieben. Gemeinsam haben sie einen neuen Leitfaden herausgegeben.

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Foto: © shutterstock

Mit jedem Grasschnitt werden dem Boden Nährstoffe entzogen. Diese müssen mit der Düngung wieder zugeführt werden. Das Prinzip auf einer Wiese ist nahezu dasselbe wie in jedem privaten Gemüsegarten: Auch dort ist eine Düngung sinnvoll und notwendig.

Dünger sei aber nicht gleich Dünger und eine gezielte Ausbringung sei von entscheidender Bedeutung. Aus diesem Grund hat der Beratungsring für Berglandwirtschaft BRING für Bauern und Interessierte einen neuen Leitfaden herausgegeben.

Wie gut sich die einzelnen Wirtschaftsdüngerarten für die Düngung eignen, hänge neben den Inhaltsstoffen auch von der Art der Ausbringung ab. Wichtig sei, die Nährstoffe möglichst gezielt auszubringen. Besonders bewährt hätten sich die bodennahe Ablage mittels Schleppschlauchverteiler oder Schleppschuhverteiler oder die Anwendung von Schlitzverfahren.

Gewässerschutz regelt Düngung

Geregelt werde die Düngung unter anderem durch die Gewässerschutzrichtlinie, die den maximalen Viehbesatz der einzelnen viehhaltenden Betriebe pro Hektar nach Höhenstufen und angebauter Kulturart definiert und so die Düngermengen reguliert.

Bevor mit der Düngung begonnen wird, raten die Experten im Leitfaden zu einer Bodenanalyse. Eine solche sollte pro Feldstück mindestens alle zehn Jahre durchgeführt werden. Die Auswertung und Interpretation der Bodenanalyse bietet dem Landwirt in Zusammenarbeit mit der Fachberatung die Möglichkeit, die Beschaffenheit des Bodens besser zu kennen und auf etwaige Nährstoffungleichgewichte gezielt zu reagieren.

Dadurch kann der Wirtschaftsdünger effizienter eingesetzt werden, was nicht nur im Interesse der Umwelt, sondern auch des Bauern selbst ist: Wird nämlich zu viel gedüngt, nimmt das Unkraut zu, was die Futterqualität enorm vermindert.

Nützlicher Ratgeber

Gedacht ist der Leitfaden „Düngung im Grünland“ als „Sensibilisierungsmaßnahme für alle viehhaltenden Betriebe, aber auch für die Beratung und die landwirtschaftlichen Schulen. Zugleich soll er die Bevölkerung über die Düngung im Grünland informieren, da viele nicht wissen, dass Wirtschaftsdünger ein natürlicher und wertvoller Dünger ist“, erklärte Daniel Gasser, der Obmann des BRING.

Der Leitfaden wurde von Hannes Klocker und Thomas Prünster, beides Fachberater beim BRING, erstellt. Die Co-Autoren waren Giovanni Peratoner vom Versuchszentrum Laimburg und Matthias Gauly von der Freien Universität Bozen. 

stol

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