Dienstag, 10. Mai 2022

Ökobonus wird zum Hindernis für kleine und mittlere Unternehmen

Still und leise wurde im Parlament ein Änderungsantrag zum Ukraine-Krisendekret genehmigt, der 80 Prozent der Kleinst- und Kleinbetriebe von vielen Bauaufträgen in Zusammenhang mit dem Ökobonus ausschließt.

Lvh-Präsident Martin Haller. - Foto: © Armin Huber

Durch die Änderungen am Ukraine-Krisendekret werden neue und unverständliche Hürden bei Gebäudesanierungen eingeführt, welche den Ausschluss zahlreicher Kleinbetriebe zur Folge hat.

Ab 1. Januar 2023 soll nämlich die Verpflichtung der SOA-Qualifikation auf Arbeiten über 516.000 Euro in Zusammenhang mit dem Ökobonus ausgeweitet werden. Der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister und der nationale Handwerkerverband Confartigianato wollen die damit verbundene Ausgrenzung vieler kleinstrukturierter Betriebe nicht akzeptieren.

„Wir benötigen ein Gesetz, das das Berufsbild und die Anforderungen der Bauunternehmen anerkennt. Wir wissen alle, dass sich die SOA für die Betrugsvermeidung und -bekämpfung auch im öffentlichen Sektor nicht als besonders wirksam erwiesen hat. Die einzige Auswirkung der neuen Bestimmung ist eine weitere Verlangsamung der Bauausführungen und die Erschließung eines bedeutenden Geschäftsfeldes für Unternehmen, die SOA-Bescheinigungen ausstellen“, zeigt sich lvh-Präsident Martin Haller verärgert.

Gemeinsam mit der Confartigianato und den Parlamentariern wird gegen die Einführung der SOA-Verpflichtung für Bauaufträge in Zusammenhang mit dem Ökobonus angekämpft. „Welchen Sinn hat es, Investitionsanreize zu schaffen, wenn auf der anderen Seite wichtige Glieder der Wirtschaftskette vom Wirtschaftskreislauf ausgeschlossen werden“, beklagt Haller.

stol

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