Freitag, 26. August 2016

Regulierung des Cyberwaffen-Handels gefordert

Die IT-Sicherheitsfirma „Lookout“, die das iPhone-Spionageprogramm „Pegasus“ ans Licht brachte, fordert eine stärkere Kontrolle über Entwickler von Cyberwaffen. Firmen wie der hinter „Pegasus“ vermutete Software-Anbieter „NSO Group“ agierten im Zwielicht, betonte „Lookout“-Europachef Gert-Jan Schenk am Freitag.

Das Programm "Pegasus" kann die vollständige Kontrolle über das iPhone übernehmen.
Das Programm "Pegasus" kann die vollständige Kontrolle über das iPhone übernehmen. - Foto: © APA

„Das Fehlen einer globalen Gesetzgebung dazu verhindert, dass man mehr über solche Unternehmen erfährt“, so Schenk.

Schwachstelle im Betriebssystem des iPhones

Nach der Analyse von „Lookout“ ist „Pegasus“ in der Lage, unbemerkt für den Nutzer die vollständige Kontrolle über ein iPhone zu übernehmen. „Der Angreifer bekommt Zugriff auf alles“, weil die Software sich dank einer bisher unbekannten Schwachstelle direkt im Kern des Betriebssystems einniste, betonte Schenk.

„Selbst wenn man Online-Dienste mit Verschlüsselung nutzt, werden die Daten abgegriffen, noch bevor sie verschlüsselt werden.“ „Pegasus“ ist das erste bekanntgewordene Spionageprogramm mit so weitreichenden Fähigkeiten.

Auch die Zusicherung der Entwickler, solche Programme nur an Regierungsbehörden zu verkaufen, reiche nicht aus. „Wenn sie in andere Hände geraten sollten, wird es sehr gefährlich“, warnte Schenk.

dpa

stol