Donnerstag, 23. August 2018

Schwankungen bei Onlinepreisen: Preise können sich verdoppeln

„Einheitspreise gehören beim Online-Shopping längst der Vergangenheit an“ so das Fazit der Marktwächter der Verbraucherzentrale Brandenburg, welche über einen Monat lang die Preisentwicklungen von 1133 Produkten in 16 Onlineshops beobachtet haben. Den Preis bestimmt „der Zeitpunkt des Kaufs, Ihr individuelles Surfverhalten, Ihr verwendetes Endgerät oder Ihr Wohnort“. Somit können im jeweiligen Onlineshop durchaus unterschiedliche Preise angezeigt werden. 15 der 16 Online-Händler änderten bei 37 Prozent der beobachteten Produkte regelmäßig die Preise. Je nach Tag und Zeit sind gravierende Unterschiede möglich.

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Foto: © shutterstock

Im Online-Shop von Media Markt, zum Beispiel, variierte der Preis für ein Samsung-Smartphone um 220 Euro. Ein Satz Reifen veränderte sich im Untersuchungszeitraum von 34 Tagen beim Online-Händler Tirendo 16 mal. Der Preis schwankte von 110 bis 200 Euro, klärt die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS). Die Versandapotheken DocMorris und Sanicare reduzierten hingegen tageweise für einzelne Produkte die Preise, zur gleichen Zeit stiegen die Preise anderer Produkte.

Große Unterschiede gab es auch bei der Höhe der Preisanpassungen. Rund ein Drittel der Preise wurde teils mehr als verdoppelt.

Preisänderungen verunsichern 

Mit dem Phänomen „Dynamische Preise“ tun sich Onlineshops allerdings keinen Gefallen. Denn die häufige Änderung der Preise verunsichert die Kunden. Es kommt zu einem Vertrauensverlust wegen der Schwierigkeiten den angemessenen Preis zu erkennen. Der Trend geht jedoch verstärkt in Richtung einer dynamischen Preisanpassung.

Um nicht in die Falle zu tappen, rät die VZS nicht spontan zu shoppen und die Angebote von verschiedenen Händlern zu vergleichen. Außerdem sollten Verbraucher die Preise über mehrere Tage beobachten und sich Angebote auch mit einem anderen Browser anschauen - beim Zweitbrowser sollen keine Cookies gespeichert werden, die ebenfalls zu unterschiedlichen Preise führen können. 

Im Onlineshop sollte nicht im eingeloggten Zustand gestöbert werden, denn dann kann der Online-Händler die Kaufvorlieben analysieren und die Preise anpassen. Beim Einkauf mit Smartphone oder Tablet den Preis noch einmal über den Browser am PC oder Laptop vergleichen. Auch die verwendeten Endgeräte können zu Preisunterschieden führen. Außerdem verrät die sogenannte IP-Adresse verrät über die Herkunft auch die potentielle Finanzkraft: Käufer aus wohlhabenden Regionen können womöglich mehr bezahlen als solche aus finanzschwachen. Mit einem VPN (Virtual Private Network) kann dank der verschlüsselten Internetverbindung diese Art des Dynamic Pricing umgangen werden.

stol

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