Dienstag, 10. Mai 2016

Shoppinglaune in Südtirol lässt nach

Erstmals seit über einem Jahr ist das Konsumklima der Südtiroler Konsumenten wieder gesunken. Das geht aus der Konsumentenbefragung des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen hervor.

Das Konsumklima in Südtirol ist leicht gesunken.
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Das Konsumklima in Südtirol ist leicht gesunken. - Foto: © shutterstock

Die Unsicherheitsfaktoren rund um die internationale Wirtschaftslage haben zugenommen. China wird heuer etwas schwächer wachsen als 2015 und Russland und Brasilien befinden sich weiterhin in einer Rezessionsphase.

Auch in der Europäischen Union wird das Bruttoinlandsprodukt weniger zunehmen als im vergangenen Jahr, unter anderem aufgrund des schwächelnden internationalen Handels. Die Europäische Kommission rechnet derzeit mit einer Steigerung um 1,8 Prozent im Jahr 2016. Die italienische Wirtschaft wird voraussichtlich ein eher bescheidenes Wachstum von 1,1 Prozent erreichen.

Sparmöglichkeiten "weniger günstig als zu Beginn des Jahres"

Dies führte bereits in den vergangenen Monaten zu einem Rückgang des Konsumklimas in Italien. Nun ist auch in Südtirol eine leichte Verschlechterung festzustellen. Der entsprechende Index erreichte im April einen Wert von +8,8 Punkten, mit einer Abnahme von 5,6 Punkten im Vergleich zur vorherigen Erhebung in Januar.

Die Konsumenten bewerten die zukünftige Entwicklung der Südtiroler Wirtschaft und die finanzielle Lage der eigenen Familien sowie die eigenen Sparmöglichkeiten derzeit weniger günstig als noch Anfang des Jahres.

Trotz dieses Rückgangs bleibt der Indexwert laut WIFO-Barometer im positiven Bereich: Das bedeutet, dass es in der Südtiroler Bevölkerung weiterhin mehr Optimisten als Pessimisten gibt, was die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten angeht.

Darüber hinaus bleibt die Konsumentenstimmung in Südtirol im gesamtstaatlichen und im europäischen Vergleich überdurchschnittlich: Der Konsumklimaindex liegt derzeit sowohl in Italien als auch in der Europäischen Union bei -6,6 Punkten und ist somit leicht negativ.

Handelskammerpräsident Michl Ebner äußert sich zuversichtlich: „Auch wenn das Wirtschaftswachstum heuer etwas weniger stark als ursprünglich erwartet ausfallen wird, ist die Verbesserung der Konjunkturlage im Vergleich zu 2015 deutlich spürbar. Der Aufschwung soll aber mit zukunftsorientierten Investitionen langfristig gesichert werden.“

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Das WIFO erhebt viermal im Jahr das Konsumklima in Südtirol, im Jänner, April, Juli und Oktober. Durch eine standardisierte Methodik sind die Ergebnisse mit den italienischen und europäischen Daten vergleichbar. Der Vertrauensindikator basiert auf den Erwartungen der Verbraucher hinsichtlich Wirtschaft und Arbeitslosigkeit in Südtirol, wirtschaftliche Situation der eigenen Familie und Sparmöglichkeiten. Die Einschätzungen beziehen sich jeweils auf die folgenden zwölf Monate.

stol