Das Jahr 2022 verlief für die Südtiroler Landwirtschaft schlussendlich doch besser als noch im Herbst erwartet. Hatten bei der letzten Umfrage des Wirtschaftsforschungsinstitutes der Handelskammer Bozen (Wifo) im Oktober lediglich 53 Prozent der Genossenschaften damit gerechnet, das Jahr 2022 mit zufriedenstellenden bis guten Erträgen abschließen zu können, fiel es aus heutiger Sicht für 89 Prozent positiv aus. Aber: <BR /><BR />Die Rahmenbedingungen bleiben schwierig, wie es vom Wifo heißt, weswegen aktuell nur 69 Prozent der Genossenschaften heuer mit zufriedenstellenden Ergebnissen rechnen.<h3> Obstgenossenschaften: Kosten drücken die Erträge</h3>Vor allem die Obstgenossenschaften schauen mit einem kritischen Auge auf 2023. Die meisten konnten zwar im vergangenen Jahr zufriedenstellende Erträge einfahren, wie das Wifo schreibt. Und auch die Prognosen für 2023 hätten sich im Vergleich zur vorherigen Konjunkturumfrage im Herbst gebessert. Sie blieben aber weiterhin verhalten: 60 Prozent rechnen mit zufriedenstellenden Erträgen, 40 Prozent mit schlechten.<BR /><BR />Anlass zum Optimismus gebe die Tatsache, dass Anfang März auf regionaler Ebene knapp 14 Prozent weniger Äpfel als im gleichen Monat des Jahres 2022 noch in den Kühllagern waren, heißt es vonseiten des Wifo. Zudem dürfte der Rückgang der Verkaufspreise und des Umsatzes geringer ausfallen als ursprünglich erwartet. „Allerdings wird die Kostensteigerung weiterhin die Ertragslage belasten“, schreibt das Wifo.<h3> Milchwirtschaft: „Unterstützung unerlässlich“</h3>Merklich gebessert hat sich die Stimmung in der Milchwirtschaft. „Die deutliche Zunahme der Milchpreise, die im Dezember auf dem italienischen Markt 60 Cent pro Liter erreichten und der Rückgang der Energiepreise in den letzten Monaten lassen das Geschäftsklima bei den Molkereien und Sennereien wieder ansteigen“, berichtet das Wifo. <BR /><BR />Fast alle würden die im Jahr 2022 erzielte Ertragslage positiv bewerten und auch die Erwartungen für 2023 seien deutlich besser als noch im vergangenen Herbst: Mehr als 80 Prozent der Milchgenossenschaften rechnen heuer laut der Wifo-Umfrage mit einem zufriedenstellenden Betriebsergebnis.<BR /><BR />Die Milchgenossenschaften gehen von steigenden Marktpreisen aus, die sich positiv auf die Umsätze und die Auszahlungspreise an die Landwirte auswirken werden, wie es weiter heißt. <BR /><BR />Dennoch brauche gerade dieser Sektor Unterstützung, fordert Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen. „Der Südtiroler Milchsektor ist sowohl von der Corona-Krise als auch von den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine besonders hart getroffen worden. Auch wenn der Milchpreis im letzten Jahr gestiegen ist, ist es unerlässlich, diesen wichtigen Sektor und seine Qualitätsprodukte weiterhin zu unterstützen.“<h3> Stimmung in der Weinwirtschaft am besten</h3>Am besten ist das Geschäftsklima in der Weinwirtschaft. Alle befragten Kellereien bewerten die Ertragslage im Jahr 2022 als zumindest befriedigend, 60 Prozent sogar als gut. Die Umsatzprognosen für das Jahr 2023 sind zwar verhalten, wie aus dem Wifo-Barometer hervorgeht, insbesondere was den italienischen Markt betrifft. <BR /><BR />Aktuell gehen nur mehr 28 Prozent der befragten Weingenossenschaften von guten Erträgen in diesem Jahr aus, 72 Prozent rechnen aber immerhin mit befriedigenden Resultaten. Die Auszahlungspreise an die Winzer werden somit weiterhin zufriedenstellend sein, so das Wifo.<BR />